Bascha Mika provoziert: "Frauen unterliegen Verschwinde-Fluch"

Bascha Mika provoziert: "Frauen unterliegen Verschwinde-Fluch"
© la_balaur, unknown

Kritik an Bascha Mikas Thesen

Die Journalistin Bascha Mika behauptet in ihrem neuen Buch "Mutprobe", dass reifere Frauen plötzlich unsichtbar werden: "Männer werden älter, Frauen werden alt". Hat die Autorin nur einen Weg gefunden, sich mit diesem Buch ein paar Euro dazuzuverdienen, oder ist tatsächlich etwas dran an ihrer Theorie?

Von Jutta Rogge-Strang

Wie sagte schon George Clooney so schön: "Wir sind Kerle, wir können dick werden, eine Glatze bekommen und Falten, aber niemanden stört es!" Ganz so ist es nicht, lieber George, aber eins stimmt schon: Frauen haben einen höheren Leistungsdruck. Allerdings nicht erst im Alter! Bascha Mika beschreibt in ihrem Buch 'Mutprobe', dass das Älterwerden von Frauen ein gesellschaftliches Problem sei: "Frauen sind seit Jahrtausenden Körper, während Männer ihren Körper wie ein Hündchen an der Leine führen" und "die Frauen werden ab 40 Jahren nicht mehr wahrgenommen, sie unterliegen einem Verschwinde-Fluch!"

Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, wovon die Frau redet. Ich kenne nur ältere Frauen, die sehr selbstbewusst durchs Leben gehen. Allerdings tun sie das schon seit vielen Jahren: Mit Mauerblümchen hatte ich es noch nie so. Und tatsächlich sind sehr viele ältere Frauen ab 40 noch nie so selbstbewusst, modisch, vielseitig interessiert, attraktiv, sexy und gut gelaunt erschienen wie in der heutigen Zeit! Es kommt einfach darauf an, was die jeweilige Frau für ein Selbstbild von sich hat.

Offenbar hat früher jeder Bauarbeiter der Autorin Bascha Mika hinterher gepfiffen. Schade, dass sie heute diese billige Anmache vermisst. Aber letztlich ist ja die Gesellschaft daran Schuld! Etwas mitleidig beobachte ich Frau Mika, wie sie ihre eigenen persönlichen Probleme als gesellschaftliches Phänomen verkaufen will. Ein Gutes hat das Buch immerhin: Es lässt sich mit dem Geschwätz noch ein schöner Euro dazuverdienen.

Attraktivität hat nichts mit dem Alter zu tun

Natürlich macht es Sinn, sich in Zeiten von Silikon, Botox und Hyaluronsäure mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und Veränderungen auseinanderzusetzen. Wo kommen wir her, was treiben wir gerade jetzt, wo geht es hin? Aber Autorin Bascha Mika nimmt einfach nur wieder den uralten Faden auf: Männer haben es immer besser, sowohl in der Jugend, im Mittel-Alter, nur - ätsch - im Alter sterben sie früher. Gähn, das langweilt mich doch zu sehr.

Auch Moderatorin Christine Westermann hat sich mit dem Thema Älterwerden beschäftigt: Für sie ist das aber eher eine Art Sinn- oder Glückssuche. Dabei gehen Frauen offenbar radikaler mit sich ins Gericht als Männer: "Männer geißeln sich nicht so und gehen mit ihren Zweifeln nicht an die Öffentlichkeit. Aber Versagens-Ängste kennen Männer auch", so Westermann in einem Interview. Aber Westermann hat eine Antwort gefunden: „Nicht auf irgendetwas warten, sondern leben. Hier und jetzt und heute.“

Man könnte allerdings auch feststellen: Wem früher niemand Beachtung geschenkt hat, wird später auch nichts vermissen. Denn auch eine ungepflegte, unschöne Frau mit 20 wird bei Männern kaum gut ankommen. Und so gilt für Alt und Jung, für Mann und Frau: Sport treiben, fit bleiben, sich pflegen, schön machen, offen auf andere zugehen und die Lebenslust behalten: Dann wird man auch noch mit 60 und darüber interessierte Blicke ernten.

Aber das Wichtigste hätte ich beinahe vergessen: Man sollte niemals den Humor verlieren! Halten Sie es doch einfach mit Coco Chanel: „Eine Frau kann mit 19 entzückend, mit 29 hinreißend sein, aber erst mit 39 ist sie absolut unwiderstehlich. Und älter als 39 wird keine Frau, die einmal unwiderstehlich war!“ Ganz einfach also!

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