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'Bartonellose henselae': Wie gefährlich ist diese Katzenkrankheit?

Junge Frau kuschelt mit ihrer Katze.
Katzen-Kuschelstunde: Vorsicht, 'Bartonellose' ist von der Katze auf den Menschen übertragbar. © Getty Images, jeffbergen

Kann uns die Katzen-Kuschelstunde schaden?

Sie sind des Deutschen liebste Haustiere: 12,9 Millionen Katzen lebten im vergangenen Jahr in unseren Haushalten. Spielen, streicheln, lieb haben - die Stubentiger lassen sich gerne verwöhnen und dazu gehören auch ausgiebige Kuscheleinheiten. Doch Vorsicht, die Katzenkrankheit 'Bartonellose henselae' kann dabei auf den Menschen übertragen werden und die ist im schlimmsten Fall sogar tödlich.

Forscher des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in den USA haben untersucht, wie viele Menschen mit der Katzenkrankheit infiziert sind. Das Ergebnis: Es sind deutlich mehr Fälle aufgedeckt worden, als erwartet. Amerikanische Wissenschaftler haben 13.000 Fälle untersucht, über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren. Pro 100.000 Einwohner stellten sie im Schnitt 4,5 Diagnosen fest. 'Bartonellose henselae' ist damit eine relativ seltene Infektion - und dennoch ist das Ergebnis für die Wissenschaftler überraschend. 

Was ist die Katzenkankheit?

In der Regel verläuft 'Bartonellose' ungefährlich. Die sogenannte Katzenkrankheit äußert sich mit meist sanften Symptomen, wie geschwollenen Lymphknoten am Hals oder an den Achseln. Zusätzlich können Kopfschmerzen, sowie Gliederschmerzen und in manchen Fällen auch Fieber auftreten. Menschen mit einem schwachen Immunsystem, insbesondere kleine Kinder oder alte Menschen, sollten jedoch vorsichtig sein. Denn bei ihnen kann 'Bartonellose henselae' durchaus gesundheitliche Komplikationen hervorrufen oder sogar in Ausnahmen bis zum Tod führen.

Vermutlich trägt jede zehnte Katze die Erreger der 'Bartonellose'-Bakterien in sich. Es wird angenommen, dass sich Katzen über den Flohbefall und dessen Kot anstecken. Auf den Menschen wird die Krankheit in erste Linie durch das Kratzen oder Beißen einer Katze übertragen. Doch auch Kuscheleinheiten können schon ausreichen, damit sich Herrchen oder Frauchen ansteckt. Menschen untereinander können die Krankheit jedoch nicht gegenseitig übertragen. Bei der Katzenkrankheit handelt es sich letztendlich um eine bakterielle Infektion, die im Fall der Fälle gut mit Antibiotikum behandelt werden kann. 

Katzenliebe kann gefährlich sein

Die US-Forscher warnen allerdings insbesondere vor streunenden Katzen: Bis zu 70 Prozent seien in den USA mit den 'Bartonellose'-Bakterien - durch Flöhe oder ihren Kot - infiziert. Das Gefährliche für den Menschen ist dabei, dass die meisten Samtpfoten keine spezifischen Symptome durch die Infektion zeigen. Daher rufen die Wissenschaftler zu mehr Umsicht auf. Ein zu intensiver Kontakt mit einem fremden Kater ist unter Umständen äußerst riskant. Und dabei muss noch nicht mal ein Biss oder ein Kratzer von dem Tier ausgehen. Der infizierte Flohkot kann schon alleine durch das Kuscheln oder Küssen mit dem Vierbeiner den Weg in den menschlichen Körper finden. 

Eltern sollten ihre Kinder vor einem intensiven Zusammenspiel mit einer fremden Katze schützen. Denn wie die Forscher herausfanden, sind Kinder zwischen fünf und neun Jahren, mit 9,4 Diagnosen pro 100.000 Einwohner, am meisten gefährdet. 

Einzelfälle, die schockieren

Von seltenen Hautkrankheiten bis hin zu Hirnhautentzündung: Bei immunschachen Menschen kann die Katzenkrankheit durchaus schlimme Folgen haben. Blutgefüllte Zysten in der Leber, Entzündungen der Herzinnenhaut - das intensive Kater-Kuscheln kann lebensgefährlich sein. Die Infektion hat sogar schon zu Erblindung geführt. Eine Frau aus Ohio schmuste mit ihrem Stubentiger, als dieser ihr über das Auge leckte. Da das Tier den Erreger der Katzenkrankheit in sich trug folgte eine Sehnerventzündung und eine spätere Erblindung.

Wie kann ich mich schützen?

Schon einfache Hygieneregeln können die Ausbreitung der Kranlheit verhindern. Regemäßiges und - nach dem Kontakt mit einem Tier - vor allem gründliches Händewaschen, kann schon helfen. Von fremden und wird streunenden Katzen sollten Sie sich außerdem besser fern halten. Diese Tiere am besten gar nicht anfassen. Darüber hinaus können Sie die Infektion direkt an der Quelle bekämpfen: Schützen Sie ihre Katze vor Flöhen, insbesondere Freigänger sollten einen guten Flohschutz haben. Wichtig sind vor allem auch regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt, um eine Ansteckungsgefahr zu verringern. Denn der Tierarzt kann festellen, ob ihre Katze mit den 'Bartonella'-Bakterien infiziert ist.

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