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Barmer GEK Arztreport: Hautkrebs-Diagnosen steigen drastisch

Hautkrebs-Screening zahlt die Krankenkasse alle zwei Jahre für Versicherte ab 35 Jahren.
Die Zahl der Hautkrebs-Diagnosen ist seit 2005 stark angestiegen. Rechtzeitig erkannt ist Hautkrebs aber gut heilbar. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Zahl der Hautkrebs-Diagnosen steigt drastisch

Hautkrebs ist die weltweit am häufigsten auftretende Krebsart – Tendenz steigend. Auch in Deutschland ist die Zahl der Menschen mit Hautkrebs seit 2005 drastisch gestiegen, wie der aktuelle Arztreport der Barmer GEK belegt. Beim bösartigen Melanom („schwarzer Hautkrebs“) habe es 2012 rund 60 Prozent mehr Diagnosen gegeben als 2005. Bei anderen bösartigen Neubildungen der Haut sei die Rate im gleichen Zeitraum sogar um 79 Prozent gestiegen.

Rund 200.000 Menschen erkranken in Deutschland nach Angaben der Kasse jedes Jahr neu an Hautkrebs. Fast 3.000 Menschen starben 2012 am schwarzen Hautkrebs. Früh erkannt sind die Tumore, die durch die unkontrollierte Teilung von Hautzellen entstehen können, aber gut heilbar. Die Überlebensraten liegen laut der Barmer GEK bei etwa 97 Prozent.

Warum aber ist die Zahl der Hautkrebs-Diagnosen in den letzten Jahren so stark gestiegen? Eine Ursache für die Zunahme der Diagnosen sieht die Krankenkasse im neuen Hautkrebs-Screening. Seit 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf diese Früherkennungsuntersuchung, die in diesem Turnus kostenlos ist. Dadurch wird Hautkrebs schneller, aber auch öfter diagnostiziert als früher. Doch das Hautkrebs-Screening ist nicht der alleinige Grund für den rasanten Anstieg der Hautkrebs-Diagnosen.

Sonnenschutz und Hautkrebs-Screening nutzen

Noch immer scheint Sonnenschutz für viele nicht selbstverständlich zu sein. Dabei gilt starke Sonneneinstrahlung, die direkt auf ungeschützte Haut trifft, als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Auch häufige Besuche im Solarium erhöhen das Hautkrebs-Risiko. Damit sei Hautkrebs eine vermeidbare Tumorerkrankung, sagte Rolf-Ulrich Schlenker, Vize-Vorstand der Barmer GEK. „Offensichtlich sind sich viele Bundesbürger der Gefahr von UV-Strahlung aber nicht bewusst“, ergänzte er. Er warnt ausdrücklich vor der Nutzung von Solarien.

Aber auch die Überalterung der Gesellschaft ist ein Grund für den Anstieg der Hautkrebs-Diagnosen. Daneben spielen Autoimmunerkrankungen, Allergien und eine regelmäßige Medikamenteneinnahme eine zentrale Rolle bei der Hautkrebsentstehung: Sie schwächen den Körper und machen ihn anfälliger für Mutationen der Zelle, die durch die UV-Strahlung ausgelöst werden und schließlich zu Krebs führen können.

Laut Barmer GEK bleibt Hautkrebs ein unterschätztes Risiko – auch oder gerade für junge Menschen. Daher fordert die Kasse nun, das Alterslimit für das Screening aufzuheben.

In den Arzt-Report 2014 sind die Daten von acht Millionen Versicherten der Barmer GEK eingeflossen. Das entspricht rund zehn Prozent der Bevölkerung.

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