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Bankgebühren: So holen Sie sich Ihr Geld zurück

Bankgebühren: So holen Sie sich Ihr Geld zurück
Kreditbearbeitungsgebühren sind laut Bundesgerichtshof (BGH) rechtswidrig. © dpa, Uli Deck

Achtung, Gebührenfalle!

Banken erheben Gebühren für die verschiedenen Geldgeschäfte, doch nicht immer ist das rechtlich in Ordnung. Die Stiftung Warentest hat zehn Gebührenfallen zusammengetragen, in die Sie nicht tappen sollten. Und so bekommen Sie zu unrecht gezahlte Bankgebühren zurück.

1. Kreditbearbeitungsgebühr

Fast jeder hat sich schon Geld geliehen – und für einen Kredit Bearbeitungsgebühren gezahlt. Doch das hätte nicht sein müssen, denn Kreditbearbeitungsgebühren sind laut Bundesgerichtshof (BGH) rechtswidrig. Das Urteil fiel im Jahr 2014. Bis dahin gezahlte Bearbeitungsgebühren müssen samt Zinsen zurückerstattet werden. Zumindest innerhalb einer Frist von drei Jahren (bis 31. Dezember) nach Aufnahme des Kredits. Danach ist Ihr Anspruch verjährt. Die Stiftung Warentest weist auch darauf hin, dass bei der Bezeichnung der Gebühr oft nicht klar sei, ob es sich um eine Bearbeitungsgebühr handele. Sie sollten in dem Fall zunächst trotzdem tätig werden, um einen eventuellen Anspruch auf Rückerstattung nicht zu verlieren.

2. Gebühr für Papierformulare

Banken und Sparkassen, wie beispielsweise die Postbank, erheben für manche Kontomodelle Gebühren für Papierformulare. Wenn Sie also Ihre Bankgeschäfte nicht per Telefon oder Internet regeln, müssen Sie zahlen. Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden versucht dagegen vorzugehen – bislang erfolglos. Behalten Sie eine mögliche Erstattung aber im Hinterkopf.

3. Gebühr für 'Preis pro Buchungsposten'

Der sogenannte 'Preis pro Buchungsposten' bei Girokonten bedeutet eine Gebührenerhebung z. B. für Buchungsfehlerkorrekturen. Die in einem Vertrag enthaltene Klausel für eine solche Gebühr ist laut Urteil des BGH vom 27. Januar 2015 unwirksam. Fordern Sie alle Gebühren zurück, die sich auf diese Klausel beziehen. Auch hier liegt die Verjährungsfrist bei drei Kalenderjahren.

4. Verzugskosten bei Krediten

Wenn Sie eine Kreditrate nicht pünktlich zurückzahlen, darf Ihre Bank Ihnen die Verzugskosten in Rechnung stellen. Allerdings darf dieser Betrag nicht zu hoch sein. Gerichte halten bei der ersten Mahnung drei bis fünf Euro für angemessen. Sollte die Bank mehr verlangen, sprechen Sie mit Ihrem Berater oder wenden Sie sich an die entsprechende Beschwerdestelle für Banken und Sparkassen.

5. Deutsche Bank: Pauschalgebühr bei Dispoüberziehung

Sollten Sie Kunde der Deutschen Bank sein und Ihr Dispolimit überziehen, müssen Sie eine saftige Pauschalgebühr zahlen. Verbraucherschützer haben dagegen geklagt und Recht bekommen. Allerdings hat die Deutsche Bank Revision eingelegt. Zahlen Sie die Gebühr bis zur Klärung der Rechtslage also nur unter Vorbehalt.

6. Gebühren für Ein- und Auszahlungen

Neuerdings dürfen Banken für Ein- und Auszahlungen sowie für die Prüfung auf Echtheit von Kleingeld Gebühren erheben. Erkundigen Sie sich vorher, wie hoch die Gebühren sind.

7. Gebühren für geplatzte Lastschriften

Seit Einführung des SEPA-Verfahrens dürfen Banken Gebühren für die Information über eine geplatzte Lastschrift erheben. Dagenen wehren können Sie sich nicht. Mehr als für eine ausreichende Kontodeckung zu sorgen, können Sie nicht tun.

8. Barclaycard Teilzahlungsgebühren

Wenn Sie Barclaycard-Besitzer sind, vermeiden Sie Gebühren für Teilzahlungen am besten, indem Sie Ihr Konto direkt zu hundert Prozent ausgleichen und keine Teilzahlung mit monatlichem Zinssatz vereinbaren. Denn mit mehr als 18 Prozent Effektivzinsen pro Jahr kommen schnell ein paar Euro zusammen.

9. Gebühren fürs Geldabheben mit DKB-Girokarte

Als Kunde der DKB sollten Sie fürs Geldabheben an fremden Geldautomaten mit Visa-Symbol nicht Ihre Girokarte, sondern Ihre DKB-Visa-Card benutzen. Denn dann ist das Geldabheben tatsächlich – wie von der DKB beworben – weltweit kostenlos. Das Geldziehen mit der Girokarte hingegen ist an anderen Geldautomaten gebührenpflichtig. Sollten mit der Kreditkarte doch einmal Gebühren abgebucht werden, können Sie sich diese von der DKB erstatten lassen.

10. Wechselkursgebühren

Lassen Sie sich im Ausland Ihr Geld am Geldautomaten oder im Hotel nicht mit der Option 'Sofortumrechnung in Euro' auszahlen. Der Wechselkurs ist dann meistens ungünstig. Erkundigen Sie sich vorher über den aktuellen Wechselkurs und vergleichen Sie.

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