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'Bang with Friends': Mit der Facebook-App zum One-Night-Stand

Facebook-App: Schneller Sex mit Freunden

Sie hätten gerade heute Abend mal so richtig Lust auf unkomplizierten, unverfänglichen Sex, aber keine Lust sich dafür an einem Bar-Tresen die Beine in den Bauch zu stehen, um irgendeinen Fremden aufzureißen? Kein Problem – einfach Ihr Facebook-Konto aufrufen und dann die Anwendung 'Bang with Friends' benutzen. Und höchstwahrscheinlich bekommen Sie später, was Sie wollen...

Neue Facebook-App: 'Bang with Friends'
Neue Facebook-App: 'Bang with Friends' © detailblick - Fotolia

Von Merle Wuttke

Die Idee klingt viel versprechend und praktisch: Ab jetzt braucht man nicht mehr – den häufig nutzlosen Versuch – zu unternehmen, irgendjemanden aufzureißen, dessen Gesicht man spätestens am nächsten Morgen ohnehin nicht mehr sehen möchte, wenn man einfach mal nur Lust auf Sex hat, sondern kann es mit den Menschen tun, die man mag und eigentlich irgendwie schon immer anziehend fand – seinen Freunden nämlich. Na ja, so weit man seine Facebook-Bekanntschaften tatsächlich als echte "Freunde" bezeichnen kann und will.

Die App 'Bang with Friends' bringt virtuelle Kumpels jedenfalls schneller zum Sex-Date zusammen als das fünf Mojitos schaffen. Einfach auf der eigenen Freunde-Liste diejenigen aussuchen, mit denen man sich mehr als ein nettes Gespräch vorstellen könnte, und schwupps – sollte der andere einen ebenfalls als möglichen Sexpartner aufgerufen haben, gibt es eine Email und man kann den Rest in Ruhe unter sich ausmachen.

Für Singles hört sich das doch nach einer angenehm unkomplizierten sexuellen Dienstleistung an. Die Frage ist natürlich, ob man auch nach dieser gemeinsamen Nacht weiterhin befreundet bleiben möchte... Weiterer Haken: So wirklich anonym läuft die Sache im Netz nicht ab, und die Gefahr, dass Freunde, Verwandte oder – bei Paaren – der Partner das Ganze heraus bekommen, ist doch ziemlich groß.

Facebook-App: Komplizierter als auf den ersten Blick gedacht

Und überhaupt: Mit welchem seiner Facebook-Kontakte möchte man denn wirklich so intim werden? Echte Freunde, die man auch außerhalb der virtuellen Welt trifft, scheiden da eigentlich aus – in den seltensten Fällen schafft man es in solchen Situationen die Freundschaft zu erhalten. Geht nur, wenn der Andere ab jetzt der "Sex-Freund" bleibt. Und den will man als solchen weder zufällig beim Joggen im Park treffen noch im Wartezimmer treffen.

Sucht man sich auf der Liste allerdings den schönsten Typen raus, den man in der Realität niemals ansprechen würde – weil er eben in einer anderen Liga spielt – könnte das ziemlich peinlich werden. Erstens, wenn er nicht auf den Vorstoß reagiert, und erst recht, wenn der Rest der Facebook-Truppe von dem Anmachversuch erfährt...

Also doch alles komplizierter, als auf den ersten Blick gedacht. Liebhaber finden wird diese Anwendung aber wahrscheinlich dennoch haufenweise – dazu sind die versprochenen Aussichten einfach zu verlockend. Unsere Beziehungen zueinander werden durch solche Angebote allerdings wohl noch eine Stufe unverbindlicher und nutzenorientierter als sie ohnehin schon sind – frei nach dem Motto: "Was Du gern willst, was man Dir tu, das führ im Bett dem Anderen zu..."

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