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Bandwurm beim Menschen: So schützen Sie sich

So schützen Sie sich vor dem Bandwurm.
Großteil der Menschen ist resistent gegen den Fuchsbandwurm. © Juan Gärtner - Fotolia

Großteil der Menschen ist resistent gegen den Fuchsbandwurm

Die Nachricht aus den USA klang unglaublich: Im Gehirn eines 26-Jährigen fanden Ärzte einen Bandwurm. Hätten sie den jungen Mann nicht operiert, wäre er gestorben. Zeit, sich den Fuchsbandwurm mal genauer anzuschauen.

Um Bandwürmer gibt es viele Mythen. Dass man sich über Beeren den Fuchsbandwurm einfangen könnte, ist wohl die verbreitetste Legende. Dabei ist kein Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch über Beeren angesteckt hat. Stattdessen wird der Fuchsbandwurm zum Beispiel über den Hund übertragen. Die Eier haften im Fell, wo der Mensch sie beim Streicheln aufnimmt. Wäscht man sich dann nicht die Hände vor dem Essen, können die Eier schnell über den Mund in den Körper gelangen.

Da der Großteil der Menschen resistent gegen den Parasiten ist, führt eine Aufnahme der Eier nicht unbedingt zur Erkrankung. Ist man nicht resistent, können die Larven im Darm schlüpfen und die Leber befallen. Dort dehnen sie sich zu Zysten aus und können Blutgefäße oder den Gallenkanal abdrücken. Im schlimmsten Fall versagt irgendwann die Leber und der Patient stirbt. Doch durch ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit kann sie überstanden werden.

Mit einem Bluttest kann nachgeschaut werden, ob man tatsächlich Fuchsbandwurmeier aufgenommen hat oder nicht. Ist dies der Fall, sollte man jährlich durch einen Ultraschall überprüfen, wie der Befall aussieht.

So können Sie sich schützen

96 Erkrankungen wurden bis August an das Robert Koch-Institut gemeldet – die potentiell tödliche Krankheit ist also ziemlich selten. Aber die Zahl nimmt zu. Ein Grund dafür ist der Fuchs, der sich immer öfter in den Städten ansiedelt. In der Region um Ulm haben laut Ärztezeitung bis zu 70 Prozent der Füchse den Erreger in sich. Kot der Füchse mit Bandwurmeiern findet sich dort an Orten wie Sandkästen oder Gemüsebeeten, wo sich Menschen mit der Krankheit anstecken können.

Im Normalfall wandern Bandwürmer nicht durch den Körper. In ganz seltenen Fällen können aber auch die Lunge oder das Gehirn befallen werden – wie bei dem 26-Jährigen in den USA. Dann muss schnell operiert werden. Sind die Zysten schon zu groß für eine Operation, hilft nur noch die Chemotherapie. Dadurch wird der Parasit nicht getötet, aber seine weitere Ausbreitung verhindert.

Schützen können Sie sich, indem Sie Obst und Gemüse, welches bodennah wächst, vor dem Verzehr gründlich waschen. Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere alle drei Monate entwurmen lassen.

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