GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Bandscheibenprothese fehlerhaft: 11.000 Patienten betroffen?

Bandscheibenprothese fehlerhaft: 11.000 Patienten betroffen?

Britische Firma lieferte über Jahre fehlerhafte Bandscheibenprothesen

Im Klinikum in Leer wurden Patienten defekte Bandscheibenprothesen eingesetzt. Von rund 100 bisher bekannten Fällen wurden jetzt 20 Patienten zum zweiten Mal operiert. Doch die Krankenkassen rechnen damit, dass insgesamt 11.000 Menschen betroffen sein können – in ganz Europa.

Betroffen sind die Bandscheibenprothesen der britischen Firma 'Ranier Technology', die zwischen Ende 2010 und Anfang 2014 hergestellt wurden. Bei den fehlerhaften künstlichen Bandscheiben lässt die Wirkung der Prothese nach circa drei bis vier Jahren nach. Der Patient muss dann erneut operiert werden, da die Bandscheibe schmaler wird und die Prothese dadurch verrutschen kann.

Die AOK will jetzt die Lieferlisten der Herstellerfirma kontrollieren, um nachvollziehen zu können, an welche Kliniken die defekten Prothesen geliefert wurden. Der 'Ostfriesen-Zeitung' zufolge hat 'Ranier Technology' Insolvenz angemeldet.

Die bereits nachoperierten Patienten haben sich laut des NDR bereits mit Schmerzensgeldforderungen an ihre Krankenkassen gewandt. Es läuft eine Klage gegen den britischen Hersteller, aber auch eine gegen das Klinikum in Leer wird geprüft. So soll die Firma 'Ranier' das Klinikum bereits schon 2010 vor ihren Prothesen gewarnt haben, der Rückruf kam aber erst 2014.

Verunsicherte Bandscheiben-Patienten, die zwischen 2010 und 2014 in Leer eine Prothese eingesetzt bekommen haben, sollten sich am besten an ihre Krankenkasse oder direkt an das Klinikum in Leer wenden.

Anzeige