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Babyklappen vor dem Aus

Babyklappen vor dem Aus
Das Familienministerium plant keine neuen Babyklappen mehr zu bauen. © dpa, Uli Deck

Plan des Familienministeriums

Die Möglichkeiten, ein Baby anonym abzugeben oder zur Welt zu bringen, sollen eingeschränkt werden: Nach Plänen des Bundesfamilienministeriums soll es keine neuen Babyklappen geben. Bereits existierende sollen aber weiter betrieben werden können. Ein Ministeriumssprecher bestätigte einen entsprechenden Vorabbericht des Berliner 'Tagesspiegel'.

Danach sieht ein internes Arbeitspapier des Ministeriums vor, dass Schwangere ihre Kinder künftig nicht mehr anonym auf die Welt bringen können. Stattdessen soll es eine vertrauliche Geburt geben, bei der die Mutter verpflichtet wird, persönliche Daten preiszugeben. Schwangerschaftsberatungsstellen sollen solche Geburten organisieren und begleiten.

"Wir wollen durch ein besseres Angebot die Babyklappen nach und nach entbehrlich machen", sagte ein Ministeriumssprecher. "Ziel einer vertraulichen Geburt ist es ja gerade, die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten außerhalb von medizinischen Einrichtungen so unnötig wie nur möglich zu machen."

Ziel: Kinder sollen Informationen über ihre Herkunft bekommen

In dem Papier skizziert das Ministerium das geplante "Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere bei verdrängter/verheimlichter Schwangerschaft - Regelung der vertraulichen Geburt". Ziel ist es, den betroffenen Kindern zehn Jahre nach der Geburt einen Anspruch auf Information über ihre Herkunft zu geben. Die Mütter sollen so lange anonym bleiben können.

Hintergrund ist eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI), laut dieser der Verbleib von etwa 200 der knapp 1000 seit 1999 anonym geborenen oder in einer Babyklappe abgelegten Säuglinge unbekannt ist.

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