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Baby schreien lassen: Ferber-Methode verursacht keinen Stress bei Kindern

Studie: 'Kontrolliertes Schreien' verbessert Nachruhe
Studie: 'Kontrolliertes Schreien' verbessert Nachruhe Keine Folgeschäden durch Ferber-Methode 00:00:21
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Damit sie lernen durchzuschlafen, sollen Eltern ihre Kinder erstmal schreien lassen

Babys schreien lassen, damit sie besser durchschlafen – eine bei Eltern und Pädagogen umstrittene Methode. Kritiker befürchten enorme emotionale Folgeschäden und Bindungsprobleme bei Kindern, die nach der sogenannten Ferber-Methode zum Schlafen gebracht wurden. Australische Forscher fanden nun heraus, dass die Methode keinen erhöhten Stresspegel bei Babys hervorruft.

Für die einen ist es die ideale Methode, um die Einschlafprobleme ihres Kindes und somit den eigenen Schlafmangel in den Griff zu bekommen, für die anderen ist es ein Ignorieren des Grundbedürfnisses eines Babys nach menschlicher Nähe und die Zerstörung des Urvertrauens: Die Methode des Schreien-Lassens nach Dr. Richard Ferber. Der amerikanische Kinderarzt und Leiter eines Schlaflabors hat ein Einschlafritual für gesunde Kinder ab sechs Monaten entwickelt, welches Eltern nur nach einem genauen Zeitplan erlaubt, ihr weinendes Kind zu beruhigen.

Bei der Studie wurden verschiedene Einschlafmethoden verglichen

Das Ergebnis der Studie beruht auf einer Unterteilung von 43 Kindern in drei verschiedene Gruppen. Die erste Gruppe bestand aus Babys, die nach der Ferber-Methode schlafen lernen. Die Kinder der zweiten Gruppe werden durch positive Rituale wie einem beruhigendem Bad, ruhigem Spielen und Gute-Nacht-Geschichten zum Einschlafen gebracht. Die dritte Gruppe diente als Kontrollgruppe, in der Eltern nur Informationen über den Schlaf ihres Babys erhielten, aber keiner speziellen Einschlafmethode zugeordnet waren.

Die Wissenschaftler maßen sowohl die Schlafzeiten der Babys als auch die ausgeschütteten Stresshormone am folgenden Morgen. Die Kinder der Ferber-Methode schliefen im Vergleich schneller ein. Zudem schliefen sie ruhiger und insgesamt 20 Minuten mehr als die Kinder der anderen beiden Gruppen. Die Kinder der Kontrollgruppe konnten am langsamsten einschlafen und wiesen die geringste Schlafdauer auf.

Der am nächsten Morgen im Speichel gemessene Anteil des Stresshormons Cortisol zeigte hingegen nur minimale Unterschiede im Vergleich der drei Testgruppen. Babys, die nach der umstrittenen Ferber-Methode an ein Durchschlafen gewöhnt werden, weisen demzufolge keinen höheren Stresspegel auf als Kinder, die mit vergleichsweise sanfteren Methoden beruhigt werden.

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