Baby-Elefant flieht im Flugzeug - auf der Flucht vor Wilderern

Auf der Flucht vor Wilderern: Baby-Elefant flieht im Flugzeug
Leider war die Rettungsaktion umsonst: Elefant Max starb nur ein paar Tage nach dem Flug. © Caters News Agency

160-Kilo-Elefant im Kleinflugzeug

Im Gebiet zwischen dem Tschad und Kamerun machen Wilderer Jagd auf Elefanten. Diesem Massaker an über 100 Elefanten ist auch die Herde des kleinen Elefanten Max zum Opfer gefallen. Der amerikanische Pfleger und Missionar Gary Roberts konnte den kleinen Dickhäuter gerade noch vor den Tiermördern retten – indem er ihn mit einer Cessna, einem Viersitzer-Flugzeug, aus dem Gefahrengebiet flog. Leider hat die Rettungsaktion kein gutes Ende: Max starb einige Tage nach dem spektakulären Flug.

Die Aufnahmen stammen zwar aus dem Jahr 2013, wurden allerdings erst vor kurzem online veröffentlicht. Sie zeigen ein junges Elefantenkalb, das an Bord eines Kleinflugzeugs mit einer Wasserflasche spielt und den Rüssel auf die Schulter des Piloten legt. Der Hintergrund der witzigen Bilder ist jedoch ernst: Im März 2013 hat der Missionar Gary Roberts die Nachricht bekommen, dass im Gebiet an der Grenze von Kamerun und Tschad, in deren Nähe Roberts selbst wohnt, ein Massaker an Elefanten stattfindet. Der Amerikaner setzte sich in sein Flugzeug, um sich selbst von der Situation zu überzeugen.

„Die Kadaver waren über Kilometer verstreut. Überall Knochen, auf dem Boden große Lachen Blut. Die Wilderer hatten das Fleisch abgelöst und mitgenommen. Teilweise lagen 20 oder 30 tote Elefanten nebeneinander“, erzählt Roberts dem englischen Fernsehsender BBC. Roberts zählte laut eigenen Angaben über 100 Elefantenkadaver.

Die Rettungsaktion kam für Baby-Elefanten Max zu spät

In einem nahe gelegenen Dorf fand der Missionar dann das Elefantenkalb, das er Max nannte: Das junge Tier war an einen Baum festgebunden, das Seil schnitt in seinen Hals des dehydrierten und kranken Elefanten. Für Gary Roberts stand fest: Er musste etwas tun. Er brachte Max zusammen mit Helfern in sein Flugzeug. „Er passte da gerade so rein“, erinnert sich Roberts.

Letzten Endes konnte die Flucht aus der Gefahrenzone den Baby-Elefanten nicht retten: Kurz nach dem Flug ist Max zusammengebrochen. Zehn Tage später ist er gestorben. Zum Verhängnis wurde ihm Kuhmilch: Die Dorfbewohner versuchten ihn damit aufzupäppeln – ohne zu wissen, dass Elefanten Kuhmilch nicht vertragen. Es führte bei Max zu schwerem Durchfall, von dem er sich leider wegen der großen Erschöpfung nicht mehr erholen konnte.

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