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Autoimmun-Encephalitis: Keely hatte acht Schlaganfälle

Mysteriöse Reaktion des Immunsystems

Als Keely Shaws Beziehung in die Brüche geht, leidet die junge Frau extrem darunter. Wochenlang verschlechtert sich ihr Zustand immer weiter und sie denkt, ihr Liebeskummer sei schuld. Ihr Arzt sieht das genauso. Doch als sie ins Krankenhaus kommt, stellen die Experten dort fest: Keely hatte acht Schlaganfälle.

Autoimmun-Encephalitis: Keely hatte acht Schlaganfälle
Keely erholt sich erstmal zusammen mit ihrer Tochter Grace. Den Liebeskummer hat sie schon lange vergessen.

Nach elf Monaten Beziehung hat Keelys Freund Schluss gemacht. Die Trennung warf sie aus der Bahn. "Ich habe mich irgendwie krank gefühlt. Einfach müde und antriebslos. Ich habe meinen Appetit verloren und ich habe das alles auf die Trennung geschoben", sagt die Bankkauffrau. Um sich von dem Gefühlschaos zu erholen, buchte sie einen Trip nach London. Sie wollte sich zusammen mit einem guten Freund ablenken. Normalerweise heißt das: Party machen. Doch sie fühlte sich überhaupt nicht danach.

"Wir sind einfach nur spazieren gegangen und danach ins Kino. Ich konnte mich hinterher aber nicht mehr an den Film erinnern und nur noch geweint", sagt Keely. Die 27-Jährige kollabierte kurz darauf und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort führten Ärzte zwar Tests durch, doch sie fanden nichts. Wie sich später herausstellt, war es in London zum ersten Schlaganfall gekommen.

Zurück bei ihren Eltern verschlechterte sich Keelys Zustand noch weiter. Keelys Mutter Angie Shaw erinnert sich: "Sie hat eigenartige Dinge getan, war sehr aggressiv und ich habe die Ärzte angebettelt, etwas zu tun. Die waren auch völlig ratlos und konnten es sich nur mit einem Nervenzusammenbruch wegen der Trennung erklären. Und ich meinte: Das kann nicht sein. Das ist nicht meine Tochter Keely."

Und es wurde noch schlimmer: Sieben weitere Anfälle folgten, außerdem litt Keely unter schweren Halluzinationen. Sie wurde für sechs Wochen in ein künstliches Koma versetzt - dann gab es endlich eine Diagnose. Und die hatte mit Liebeskummer rein gar nichts zu tun: Keelys Symptome wurden durch eine Erkrankung ausgelöst, die erst seit wenigen Jahren bekannt ist. Bei der Autoimmun-Encephalitis greift das eigene Immunsystem das Gehirn an. Es entzündet sich und schwillt an - oft gibt es auch Fehldiagnosen, weil die Patienten ähnliche Symptome zeigen, wie zum Beispiel bei Psychosen.

Mit den richtigen Medikamenten konnten die Mediziner Keely helfen. Ihrem Arzt zufolge kann sie in drei Jahren sogar wieder ganz ohne Medikamente auskommen. Doch jetzt erholt sie sich erstmal zusammen mit ihrer Tochter Grace. Und den Liebeskummer hat sie schon lange vergessen.

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