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Auswirkungen von Krebs auf Partnerschaft und Sex

Auswirkungen von Krebs auf Partnerschaft und Sex
© Adam Gregor - Fotolia

Unsicherheiten und Ängste oft unbegründet

Eine Krebserkrankung hat immer Auswirkungen auf das körperliche und seelische Befinden des Betroffenen. Je nach Tumorart verändern sich auch Körperwahrnehmung und Sexualität. Wer sich dann mit Nähe schwer tut, hat oft Befürchtungen, das seinem Partner mitzuteilen.

Nach der Diagnose Krebs und dem Beginn der Behandlung kann es sein, dass man lange Zeit gar kein Bedürfnis nach Sex hat. Gefühle und Gedanken sind völlig mit Krankheit und Therapie beschäftigt. Resultierend aus der Behandlung, einer psychischen Belastung oder einer Kombination von beidem, kann die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Sexualität gestört werden. Besonders Operationen an den Geschlechtsorganen bedeuten zunächst gravierende Veränderungen.

Wenn Frauen an den inneren Geschlechtsorganen oder der Brust operieren, fühlen sie sich danach oft nicht mehr wie richtige Frauen. Das gleiche gilt für Männer bei Operationen an Penis, Hoden oder Prostata. Aber auch andere Eingriffe, wie ein künstlicher Darmausgang oder eine Öffnung im Hals können das Selbstwertgefühl stark mindern.

Auch wenn das Bedürfnis nach körperlichem Zusammensein in dieser Zeit vielleicht nicht vorhanden ist, werden Nähe, Zuwendung und Geborgenheit doch gewünscht. Deshalb ist es wichtig, offen mit dem Partner über seine Gefühle zu sprechen. Schweigen aus Scham, Rücksichtnahme oder vielleicht Angst vor Ablehnung führt nur zu Missverständnissen. Das gilt für den Krebspatienten genauso wie für den gesunden Partner an seiner Seite. Denn auch er weiß vermutlich nicht, wie er mit dieser Situation umgehen soll. So tun, als wäre nichts? Sich zurückhalten? Oder doch die Initiative ergreifen? Kommunikation über Ängste, Unsicherheiten und Fragen ist hier der Lösungsansatz. Wer dem Partner erklärt, warum er sich nicht wohl fühlt, kann auf Verständnis hoffen.

Sollte man sich nicht überwinden können, miteinander zu sprechen, gibt es auch die Möglichkeit einer professionellen Beratung durch Paartherapeuten, Psychoonkologen, Gynäkologen oder Urologen. Hat man wieder eine gemeinsame Basis gefunden, wird der Wunsch nach Sex von alleine wieder auftauchen.

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