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Australische Studie: Darum ist Rauchen in der Schwangerschaft bei Teenies 'in'

Viele Teenies in Australien rauchen während der Schwangerschaft.
In Australien scheint Rauchen in der Schwangerschaft zumindest in Teenie-Augen eine gute Idee zu sein. © Getty Images/iStockphoto, Highwaystarz-Photography

Rauchen in der Schwangerschaft, um schwierige Geburt zu verhindern

Sprüche wie 'Rauchen in der Schwangerschaft schadet ihrem ungeborenen Kind' oder 'Rauchen in der Schwangerschaft kann das Geburtsgewicht ihrer Kindes beeinträchtigen' scheinen zumindest schwangere Jugendliche in Australien nicht abzuschrecken, wie eine australische Studie ergab. Im Gegenteil: Dort fangen schwangere Teenies sogar extra an zu rauchen, um sich selbst 'etwas Gutes' zu tun.

Im Gespräch mit einer Gruppe 16-Jähriger fand Simone Dennis, die Leiterin der Studie, heraus, dass ein Warnhinweis, der auf Zigarettenpackungen gedruckt ist, falsch interpretiert wurde: Die Studiemteilnehmer vertsnden den Hinweis so, dass Rauchen während der Schwangerschaft das Geburtsgewicht der Kinder verringern könne. Das Unglaubliche: Genau das finden die jungen Mütter gut, denn so stellen sie sich die Geburt schmerzfreier vor. Wenn das Kind nicht so groß ist, tut das Pressen in ihren Augen weniger weh. Für sie ein Grund, mit dem Rauchen anzufangen.

Auch in Deutschland wird der Griff zur Zigarette bei werdenden Müttern immer beliebter. Das ist das Ergebnis der Schulanfängerstudie aus Sachsen-Anhalt, die 2014 veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden rund 37.000 Kinder hinsichtlich der Einflüsse ihrer Lebensumwelt untersucht. Dabei kam unter anderem heraus, dass seit 1991 die Zahl der rauchenden Schwangeren um fünf Prozent gestiegen ist. Dabei ist Rauchen in der Schwangerschaft der Hauptgrund für den plötzlichen Kindstod.

Raucher finden immer einen Weg, die Gefahr zu ignorieren

Die australische Studie von Februar 2016 hat auch ergeben, dass Raucher zumindest in Australien durch 'Raucherzonen' und die schockierenden Sprüche auf den Zigarettenpackungen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Raucher versuchen aber die Gefahr des Rauchens einfach zu ignorieren. "Viele Leute schauen einfach nicht auf die Packung oder kleben Aufkleber über die Warnsprüche, sodass sie sie nicht sehen", so die Studienverantwortliche Dennis.

Darüber hinaus ließen sich Raucher beim Zigarettenkauf gerne verschiedene Packungen zeigen, um sich den harmlosesten Spruch aussuchen zu können. Männer würden sich zum Beispiel Packungen mit Sprüchen über Rauchen in der Schwangerschaft verkaufen lassen, da sie dieses Thema nicht betreffen kann und sie so ohne Gewissensbisse rauchen könnten.

Simone Dennis ist Professorin der 'The Australian National University (ANU)' in Canberra (Australien) und forschte mehr als zehn Jahre über das Thema 'Raucher und deren Rolle in der Gesellschaft'. Alle Ergebnisse der Studie wurden in dem Buch 'Smokefree' veröffentlicht. "Ich möchte Menschen nicht dazu bringen, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich versuche nur, sie zu verstehen", so die Wissenschaftlerin. Was in den Köpfen von schwangeren Raucherinnen vorgeht, werden wir allerdings nie verstehen.

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