Australische Forscher: Altersblind durch Aspirin?

23.01.13 16:09
Australische Forscher: Altersblind durch Aspirin?
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Acetyl-Salicylsäure schädigt offenbar die Netzhaut

Schock-Nachricht aus der Forschung: Wer regelmäßig Aspirin schluckt, hat ein erhöhtes Risiko im Alter zu erblinden. Das berichten australische Mediziner im 'Journal of the American Medical Association'.

Millionen Menschen bekämpfen mit Aspirin Kopfschmerzen oder nehmen es regelmäßig zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ein. Doch jetzt sorgen die Experten Universität Sydney mit ihrer Langzeitstudie für Verunsicherung. Menschen, die das Medikament mindestens einmal pro Woche einnehmen, haben demnach ein deutlich erhöhtes Risiko für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Ob Aspirin ursächlich zu der Erkrankung beiträgt, ist jedoch noch offen.

In den westlichen Ländern ist AMD bei Senioren die häufigste Ursache für das Erblinden. Unterschieden wird eine trockene Form der Makuladegeneration (frühes Stadium) und eine feuchte Form (spätes Stadium). "Die regelmäßige Einnahme von Aspirin war signifikant mit einem gehäuften Auftreten der feuchten AMD verbunden", berichten die australischen Wissenschaftler. Allerdings reichen die vorliegenden Studienergebnisse nicht aus, den Wirkstoff Acetyl-Salicylsäure (ASS) zu verteufeln. Dabei hatten zuvor schon andere Untersuchungen Zusammenhänge zwischen ASS-Einnahmen und Augenproblemen gezeigt.

Es gibt auch Hinweise auf eine positive Wirkung in der Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen. Die Forscher raten in jedem einzelnen Fall Nutzen und Risiko der Einnahme abzuwägen.

Aber auch andere Schmerzmittel sind mit Vorsicht zu verwenden: Jährlich leiden etwa 4.000 Menschen an den Nebenwirkungen einer Paracetamol-Überdosierung. Nimmt man den Wirkstoff zu häufig oder überdosiert, dann sind Schäden an der Leber oder auch an den Nieren möglich. Grundregel: Etwa 10 Tabletten im Monat sind vertretbar, danach wird es brisant. Verschiedene Studien haben belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen der übermäßigen Einnahme von Paracetamol und Leberversagen gibt. Auch die Niere ist bei dauerhafter Einnahme gefährdet. Besonders übergewichtige Menschen müssen extrem vorsichtig sein, da sie oft unter einer Fettleber leiden, die toxische Wirkstoffe nicht mehr gut abbauen kann.

Patienten sollten sich bei Schmerzen an die tägliche Höchstdosis von 4 Gramm Paracetamol halten. Auch wichtig: Bei der Mehrfacheinnahme von Schmerzmitteln darf nur eines davon Paracetamol enthalten. Denn schon ab einer Einzeldosis von über 6 Gramm treten Leberzellschäden auf. Bereits eine Dosis von 7,5 Gramm kann tödliche Folgen haben.

Kann man Pillen gegen Schmerzen überhaupt ohne große Bedenken schlucken? Mediziner raten dazu, auf die gut erforschten Wirkstoffe Ibuprofen oder Diclofenac auszuweichen - die scheidet der Körper schon nach wenigen Stunden wieder aus, was die Gefahr von Überdosierungen gering hält (200 bis 800 mg Ibuprofen lindern Schmerzen zuverlässig). Vor allem endet eine Überdosierung nicht tödlich, wie das bei Paracetamol der Fall sein kann. Aber auch Ibuprofen und Diclofenac haben Nebenwirkungen: Bekannt ist, dass die Mittel zu Bluthochdruck, Magenproblemen und Schlaganfällen führen können.

Es muss nicht immer gleich die Chemie-Keule aus der Apotheke sein, wenn Schmerzen Sie quälen. Auch Omas Hausmittel helfen:

Kopfschmerzen
Manchmal vertreibt schon eine längere heiße Dusche den Schmerz. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Verspannungen die Ursache für das Kopfweh sind, dann wirken auch heiße Kompressen mit Leinsamen lindernd. Auch gut: Schläfen, Stirn und Nacken mit Pfefferminzöl oder 'Tigerbalsam' einreiben. Achten Sie aber darauf, dass nichts in die Augen kommt und schrubben Sie die Hände anschließend gut ab.

Halsschmerzen
Gut sind warme Halswickel - zum Beispiel mit Kartoffeln. Innerlich hilft Salbeitee. Wenn Sie die Sache so nicht in den Griff kriegen oder wenn Fieber auftritt, sollten Sie spätestens nach drei Tagen zum Arzt gehen.

Rückenschmerzen
Gegen 'Rücken' hilft eine Kompresse mit erwärmtem Johanniskraut. Binden Sie sie auf die schmerzende Stelle und bedecken Sie sie mit einem warmen Schal. Auch hier gilt: Gehen Sie spätestens am dritten Tag mit Schmerzen zum Arzt.

Zahnschmerzen
Auch wenn es vielen Menschen schwer fällt: Bei Zahnschmerzen sollten Sie unbedingt gleich einen Zahnarzt aufsuchen. Unbehandelte Zahnschmerzen gefährden nicht nur das Gebiss, sie können auch das Herz schädigen.

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