Außergewöhnliche Freundschaft: Patient und Pfleger sind unzertrennlich

"Ziemlich beste Freunde" aus Karlsruhe

Wie außergewöhnlich Freundschaft sein kann, beweisen Krankenpfleger Ibraimo Alberto und der Rollstuhlfahrer Pino Golotta aus Karlsruhe. Die beiden sind nicht nur Patient und Pfleger, sondern echte Freunde. Pino ist seit seiner Geburt schwerstbehindert und auf Hilfe angewiesen - und hat in seinem Betreuer einen echten Freund gefunden.

"Ziemlich beste Freunde" aus Karlsruhe
Alberto und Pino sind unzertrennlich

Alberto kümmert sich um Schwerstbehinderte: Er fährt sie zur Uni, unternimmt Sachen mit ihnen. So ist es auch bei Pino, der im Rollstuhl sitzt. Da er als Baby eine Hirnhautentzündung hatte, gilt er als schwerstbehindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Obwohl ihm das Sprechen schwer fällt, ist sein Geist völlig klar. Seit er vor drei Jahren seinen Pfleger Ibraimo kennengelernt hat, lässt er sich von seinem Temperament anstecken.

Auf den ersten Blick erinnert die Freundschaft der beiden an die Geschichte des französischen Kinoerfolgs "Ziemlich beste Freunde". Darin geht es um einen schwarzen Pfleger aus der Banlieue und einen querschnittsgelähmten reichen Weißen, die zueinander finden.

Pino und Alberto verstehen sich auch ganz ohne Worte. Sie unternehmen viel, gehen zusammen tanzen und genießen das Leben. In "Ziemlich beste Freunde" geht es um genau diese Lust am Leben. Pino hat sie durch den 51-jährigen Krankenpfleger wiedergefunden. Mindestens zwei Mal in der Woche holt er ihn bei seiner Familie ab. Seinen Einsatz als Betreuer zahlt die Krankenkasse, doch die vielen Stunden, die er mit Pino verbringt, rechnet er längst nicht alle ab: "Mein Ziel ist es, anderen zu helfen, besonders den Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind."

"Pino braucht einen Menschen, der mit ihm Sachen unternimmt"

Ibraimo hat selbst schon viel erlebt. Er wuchs in Mosambik auf und kam dann in die DDR. Dort wurde er ein bekannter Boxer und kämpfte gegen Ausgrenzung und Rechtsextremismus. Über sein Leben hat er ein Buch geschrieben, aus dem er Pino gern vorliest.

Obwohl Pino und Ibraimo zwei Menschen sind, die ganz unterschiedlich leben, sind sie sich doch ähnlich und stehen zueinander. So einen ziemlich besten Freund möchte wohl jeder gern haben.

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