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Äußere Wendung bei Beckenendlage – so wird sie durchgeführt!

Äußere Wendung statt Kaiserschnitt - denkbar?

Äußere Wendung – sagt Ihnen das etwas? Diese Methode führen erfahrene Geburtsmediziner durch, wenn das Baby unmittelbar vor der Geburt noch in Beckenendlage liegt. So auch bei Jess. Das ungeborene Kind der Engländerin lag mit dem Steiß nach unten, ein Kaiserschnitt war zu befürchten. Doch ihr Gynäkologe dreht das Baby einfach von außen in die optimale Geburtsposition und ermöglicht so eine natürliche Entbindung - ein unglaublicher Moment für alle Beteiligten.

Die Beckenendlage kurz vor der Geburt

Wenn der Fötus im Mutterleib gegen Ende des dritten Trimesters noch mit dem Gesäß nach unten liegt, könnte es Ihnen passieren, dass das Kind als Steißgeburt zur Welt kommt. Ein Anzeichen für diese Liegeposition des Kindes kann sein, dass Sie schnell außer Atem sind, da das Kind auf Ihr Zwerchfell drückt. Auch ein unangenehmes Drücken unter den Rippen und schmerzhafte Tritte gegen die Blase könnten auf die Steißlage schließen.

In einem solchen Falle kann es sein, dass Ihr Arzt Ihnen vorschlägt, das Baby mit einem Kaiserschnitt zu holen. Eine Alternative dazu ist die äußere Wendung. Dabei wird das Ungeborene so gedreht, dass das Köpfchen am Ende nach unten zeigt. Die äußere Wendung ist in den meisten Kliniken in Deutschland ab der 37. Schwangerschaftswoche möglich. Ab diesem Zeitpunkt wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich das Baby noch dreht. Es gibt zwar Kliniken in Deutschland, die auf spontane Geburten von Beckenendlagen spezialisiert sind, doch in der Regel raten die Ärzte zum Kaiserschnitt.

Durchführung der äußeren Wendung

Eine äußere Wendung geht in den meisten Fällen ambulant im Krankenhaus vonstatten. Für den Notfall ist ein Operationsteam zur Stelle, das bei Komplikationen eine Kaiserschnittgeburt durchführen kann. Zuvor ermittelt der Arzt mithilfe des Ultraschallgeräts Größe und Position des Kindes. Wenn bei der Untersuchung nichts gegen eine äußere Wendung spricht, darf sie erfolgen. Dazu steht dem Mediziner noch eine Hebamme bei, die während des Vorgangs das CTG überwacht und Ihnen ein wehenhemmendes Medikament verabreicht, damit die Gebärmutter entspannt.

In der Regel dauert eine äußere Wendung nicht länger als drei Minuten. Der Gynäkologe übt dabei mit der Hand Druck auf ihren Bauch aus, um das Gesäß des Babys aus dem Becken zu heben. Mit einer Hand wird der Kopf ertastet und je nachdem zu einer Vorwärts- oder Rückwärtsrolle geführt.

Wenn sich das Ungeborene dann schließlich in der Schädellage befindet, stehen Sie noch eine Zeit unter Beobachtung. Das CTG misst die Herztöne des Kindes und überprüft, ob alles gut verlaufen ist. Anschließend dürfen Sie das Krankenhaus wieder verlassen werden. Allerdings werden Sie am nächsten Tag erneut zu einem CTG gebeten, um sicher zu gehen, dass mit Ihnen und Ihrem Baby alles in Ordnung ist.

Schmerzen

Um den Po des Babys aus dem Becken zu heben, wird viel Kraft aufgewendet. Der Arzt übt so viel Druck auf Ihren Bauch aus, dass es nicht nur unangenehm, sondern auch schmerzhaft für Sie sein kann. Sollten Sie die Schmerzen nicht mehr ertragen, können Sie die äußere Wendung auch jederzeit abbrechen. In der Regel sind die Schmerzen aber sogar ohne Schmerztabletten zu ertragen.

In manchen Fällen wird die äußere Wendung nicht durchgeführt. Die Kaiserschnittgeburt bei Beckenendlage ist dann sinnvoller, wenn ihre Plazenta vor dem Muttermund liegt, Sie Zwillinge erwarten sollten oder Sie einen vorzeitigen Blasensprung hatten. Außerdem wird der Kaiserschnitt der äußeren Wendung vorgezogen, wenn das Kind die Nabelschnur mehrmals um den Hals gewickelt hat oder wenn Ihr CTG generell auffällig war.

Erfolgsrate der äußeren Wendung

Die äußere Wendung ist erfolgreicher bei kleinen Babys, die von genügend Fruchtwasser umgeben sind. Laut den Zahlen des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sind im Jahr 2014 insgesamt 327 Wendungsversuche mit einer Erfolgsrate von 54,4 Prozent durchgeführt worden. Mütter müssen dafür nicht selbst aufkommen; die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Wie der Gynäkologe Jess' Baby von einer Beckenendlage in die optimale Geburtsposition dreht und warum die junge Mutter dabei auf einmal anfangen muss zu lachen, sehen Sie im Video.

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