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Ausfluss – Was sagt er über unseren Körper?

6 Tipps für eine gepflegte Vagina
6 Tipps für eine gepflegte Vagina Intimbereich 00:01:44
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Ausfluss hat jede Frau, aber ab ist er ein Alarmsignal?

Jede Frau kennt den weißlichen Ausfluss, der sich hin und wieder im Höschen findet. Darüber sollten Sie sich jedoch keine Gedanken machen, denn der Ausfluss gehört zu den normalen weiblichen Körperfunktionen und dient sogar der Gesundheit im Intimbereich.

Den sogenannten Weißfluss hat jede Frau. Die eine mehr, die andere weniger. Er ist ein natürliches Phänomen der Frauengesundheit. Dennoch gibt es Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten. 

Wie kommt es zum Ausfluss?

Ab dem Zeitpunkt der Pubertät bis zu den Wechseljahren hat eine Frau natürlichen Ausfluss aus der Scheide (Fluor genitalis). Dieser besteht aus einer Flüssigkeit des Gebärmutterhalses und Zellen der Scheidenschleimhaut. Der Ausfluss bietet einen natürlichen Schutzschild, da er viele Milchsäurebakterien enthält. Diese sorgen für ein saures Milieu der Scheide, sodass sich Krankheitserreger nicht vermehren können. 

Ausfluss variiert von Frau zu Frau

Da der Ausfluss ein natürliches Phänomen ist, hat ihn jede Frau unterschiedlich stark. Außerdem hat das Geschlechtshormon Östrogen Einfluss auf den Weißfluss. Kurz vor dem Eisprung und vor dem Einsetzen der Periode nimmt der Ausfluss zu. Zur Zyklusmitte hin ist ein durchsichtiger und dünnflüssiger Ausfluss typisch. Kurz vor und nach der Periode ist der Ausfluss eher zähflüssig. 

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Ausfluss ist natürlich und kann mal stärker, mal schwächer auftreten. Dennoch gibt es Symptome, bei denen Sie zum Arzt gehen sollten.

Ihr Ausfluss ist wässrig, schleimig, schaumig oder krümelig. Auch bei Eiter im Ausfluss sollten Sie schnell zum Arzt. Blutigen Ausfluss sollten Sie nicht mit Ihrer Monatsblutung verwechseln. Wenn Sie sich nicht sicher sind, gehen Sie lieber zum Arzt. Wenn Ihr Ausfluss braun oder grünlich ist, sollten Sie ebenfalls einen Arzt um Rat fragen. Schwellungen, Juckreiz, Rötungen und Schmerzen beim Wasserlassen sind Begleiterscheinungen, die auf eine Krankheit im Intimbereich hindeuten.

Übrigens: Ein unangenehmer Geruch ist meist ein Zeichen dafür, dass Ihr Scheidenmilieu nicht ausgeglichen ist. Hier kann Ihnen ein Arzt weiterhelfen. 

Seltsamer Ausfluss während der Schwangerschaft

In vielen Fällen steckt hinter einem ungewöhnlichen Ausfluss von Schwangeren eine Scheidenentzündung. In diesem Fall sollte zeitnah eine Diagnose gestellt werden, gefolgt von einer Therapie. In sehr schweren Fällen einer Scheidenentzündung kann es sogar zu einer Fehlgeburt kommen. 

Ursachen von verändertem Ausfluss

Ein veränderter Ausfluss kann verschiedene Ursachen haben.

Eine bakterielle Scheidenentzündung ruft einen veränderten und übelriechenden Ausfluss hervor.
Auch eine bakterielle Vaginose kann veränderten Ausfluss erzeugen. Dieser ist grauweiß, dünnflüssig und riecht fischig.
Auf eine Pilzinfektion deutet ein weißlich-krümeliger Ausfluss hin.
Bei der Infektion mit der Geschlechtskrankheit Gonorrhö kommt es zu einem wässrigen Ausfluss aus der Scheide.
Auch Viren, wie beispielsweise HPV (Feigwarzen) können einen vermehrten und veränderten Ausfluss verursachen.
Zudem führen Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane, des Gebärmutterhalses und der Eierstöcke oder Eileiter in einigen Fällen zu übel riechendem Ausfluss.

Steckt keine Krankheit hinter einem außergewöhnlichen Ausfluss, ist meist ein verändertes Scheidenmilieu für den Ausfluss verantwortlich. Ursachen hierfür sind beispielsweise hormonelle Veränderungen während der Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Übermäßige oder falsche Intimhygiene, Reizungen durch einen Fremdkörper (z.B. die Spirale oder ein vergessenes Tampon) oder eine Antibiotika-Therapie können ebenfalls einen veränderten Ausfluss verursachen. Auch die Einnahme der Antibabypille und sogar Stress und psychische Belastungen spiegeln sich teilweise im Ausfluss wieder. 

Behandlung des veränderten Ausflusses

Tritt bei Ihnen ein veränderter Ausfluss auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Um ihm besser Auskunft geben zu können, sollten Sie sich vor dem Arztbesuch diese Fragen beantworten:

- Seit wann besteht der Ausfluss?

- Wie intensiv ist der Ausfluss und wie sieht er aus?

- Hat der Ausfluss einen unangenehmen Geruch?

- Tritt der Ausfluss ständig auf?

- Haben Sie Begleiterscheinungen?

- Wie pflegen Sie Ihren Intimbereich?

Der Arzt wird Ihre Scheide untersuchen und den pH-Wert mit Hilfe eines Teststäbchens messen. Außerdem wird ein Abstrich der Scheidenwand genommen.

Je nach Befund werden zusätzliche Untersuchungen eingeleitet, wie beispielsweise eine Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem Endoskop. An das Ergebnis der Untersuchung wird die Behandlung angepasst. Gegen ein Ungleichgewicht in Ihrem Scheidenmilieu können Sie zum Beispiel Milchsäure-Intimzäpfchen anwenden.

Übrigens: Bei einem infektiös bedingten Ausfluss ist meist auch eine Behandlung des Partners ratsam. Dadurch wird verhindert, dass Sie sich erneut anstecken. Ist die Ursache für einen veränderten Ausfluss unklar, sollten Sie vorsichtshalber erstmal auf Sex verzichten. 

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