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Augengrippe: So gefährlich sind Adenoviren

So ansteckend ist die sogenannte Augengrippe
So ansteckend ist die sogenannte Augengrippe Adenoviren sind sehr hartnäckig 00:01:22
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Adenoviren bleiben über Wochen ansteckend

Ihre Augen sind plötzlich rot und geschwollen, als hätten Sie gerade einen Boxkampf verloren? Juckreiz und Abgeschlagenheit sind kaum noch auszuhalten? Dann haben Sie sich eventuell die 'Augengrippe' eingefangen - eine extrem ansteckende Bindehaut- und Hornhautentzündung. Bei Verdacht: Ab zum Augenarzt, denn im schlimmsten Fall ist die Sehkraft in Gefahr!

Ausgelöst wird die Krankheit durch Adenoviren, die das Auge teilweise dauerhaft schädigen. "Adenoviren sind sehr umweltbeständig und können bei Zimmertemperatur über Wochen ansteckend bleiben", so das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. In Bonn häufen sich derzeit die Fallzahlen. Kein Wunder, denn die Augengrippe verbreitet sich wie die normale Grippe über winzige Tröpfchen von Mensch zu Mensch - etwa beim Hand-Augen-Kontakt. Für eine Ansteckung reicht schon aus, das gleiche Handtuch oder die gleiche Kosmetik wie ein Infizierter benutzt zu haben. Bis erste Symptome auftreten (ringförmige Bindehautschwellung, gerötete Augen und geschwollene Lymphknoten vor dem Ohr), vergehen in der Regel 5 bis 12 Tage.        


"Das Virus ist hochansteckend. Die Inkubationszeit beträgt 12 Tage – deshalb ist die Ansteckungsgefahr in dieser Zeit auch hoch. Adenoviren sind umweltresistent. Heißt: Nur ein spezielles, aber leider aggressives Desinfektionsmittel aus der Apotheke hilft, die Viren auf der Hand, auf Klinken etc. abzutöten", erklärte Marc Hoffmann, Vize-Sprecher des Bonner Presseamts, gegenüber dem 'Bonner General-Anzeiger'.

Die Bindehautentzündung klingt in der Regel in der 2. bis 4. Woche ab, doch oft nimmt nach einigen Tagen auch die Hornhaut Schaden. Betroffene quält dann das Gefühl, einen kleinen Fremdkörper im Auge zu haben. So ist jeder Lidschlag unangenehm. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, können Ärzte nur die Symptome lindern - spezielle Salben und Augentropfen helfen aber schnell.

Der beste Schutz vor der Augengrippe ist pingelige Hygiene. Das Landeszentrum Gesundheit NRW hat 5 goldene Regeln aufgestellt, die das Ansteckungsrisiko für Sie und Ihre Mitmenschen so gering wie möglich halten:

1. Vermeiden Sie das Berühren der Augengegend - das passiert unbewusst etwa 14 Mal am Tag. Von Ihren Fingern könnten ansonsten Viren oder Bakterien an die Schleimhäute des Auges gelangen und Sie infizieren.

2. Teilen Sie keine Gegenstände mit anderen Leuten, die mit den Augen in Berührung kommen und durch die das Virus übertragen werden könnte. Dazu gehören Fotoapparate, Brillen, Ferngläser oder auch Kinderspielzeuge. Das gleiche gilt für Kosmetikprodukte wie Puder oder Gesichtscremes.

3. Waschen Sie sich alle zwei bis drei Stunden die Hände mit Wasser und Seife. Die Seife mindestens 30 Sekunden auf den Händen verteilen, dann gründlich abspülen und am besten mit einem Wegwerf-Papiertuch abtrocknen.

4. Meiden Sie nach Möglichkeit große Menschenansammlungen oder öffentliche Badeanlagen und Wellness-Einrichtungen.

5. Handtücher und Waschlappen regelmäßig wechseln und bei 60 bis 90 Grad waschen.

Falls Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Symptome spüren, vereinbaren Sie telefonisch einen Termin beim Augenarzt und erklären Sie am Telefon, dass Sie eventuell an der Augengrippe leiden. So kann die Praxis sich auf Ihren Besuch einstellen und eine Ansteckung der anderen Patienten verhindern.

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