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Augendiagnostik: Krankheitssymptome am Auge ablesen

Was Augen über die Gesundheit verraten
Was Augen über die Gesundheit verraten Augendiagnostik: Krankheitssymptome ablesen 00:02:35
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Mit Augendiagnostik erkennt man Krankheiten

Die Augen gelten als Spiegel der Seele - doch nicht nur unsere Gefühle lassen sich von ihnen ablesen, sondern auch, wie es um unsere Gesundheit steht. So kann man die ersten Anzeichen vieler verschiedener Krankheiten wie zum Beispiel Rheuma, Multipler Sklerose oder Diabetes oft an den Augen erkennen.

Augendiagmostik: Krankheitssymptome am Auge ablesen
Viele Krankheiten zeigen ihre ersten Symptome an den Augen. © picture alliance / dpa, Tobias Kleinschmidt

Manche Symptome sind direkt sichtbar, andere kann der Augenarzt mithilfe von speziellen Untersuchungen feststellen. Für die Gesundheit unseres ganzen Körpers lohnt es sich also einen besonderen Blick auf oder auch in die Augen zu werfen. Wir zeigen Ihnen, welche Symptome an den Augen auf welche möglichen Krankheiten hinweisen und was Ihre Augen über Ihre Gesundheit verraten.

Kleine Knötchen am Augenlid

Wenn am Augenlid kleine, gelbliche Knötchen auftauchen, kann das ein Rückschluss auf die Cholesterinwerte sein. Diese kleinen Knötchen, die aussehen wie Pickel, sind nämlich mit Fett gefüllt und nennen sich Xanthelasmen. Sie können sich am Ober- und Unterlid bilden und befinden sich meist zeitgleich an beiden Augen. Ein erhöhter Cholesterinspiegel lässt die Xanthelasmen sprießen. Die Knötchen sind zwar an sich harmlos, liefern aber wertvolle Hinweis auf den Stand des eigenen Cholesterinhaushaltes.

Wer diese kleinen Knötchen bei sich feststellt, sollte einen Arzt aufsuchen. Zum einen, um die Ursache für sie herauszufinden, und zum anderen für die Überlegung, ob man sie aus ästhetischen Gründen entfernt.

Rote, trockene und brennende Augen

Gerötete, trockene und brennende Augen können auf viele verschiedene Krankheiten hindeuten, zum Beispiel:

- Bindehautentzündung

- grippaler Infekt

- Fehlfunktion der Schilddrüse

- Ungleichgewicht im Hormonhaushalt

- erhöhter Blutdruck

Schwellen die Augen an und sind dauerhaft gerötet und trocken, kann dies auch Anzeichen der Hautkrankheit Rosazea sein. Wenn das Gesicht häufig gerötet oder entzündet ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Rosazea ist zwar eigentlich ungefährlich, kann aber auf das Auge übergehen und die Hornhaut dauerhaft schädigen.

Rötungen und Trockenheit der Augen über einen längeren Zeitraum, auch in Verbindung mit Sehstörungen, können Symptome der Autoimmunkrankheit Rheuma sein. Eine solche rheumatische Entzündung der Augen sollte sofort behandelt werden, da das Sehvermögen ernsthaften Schaden nehmen kann - im schlimmsten Fall bis hin zur Erblindung. Wer an Rheuma erkrankt ist, sollte sich unbedingt von einem Rheumatologen betreuen lassen. Gegen die Entzündung der Augen verschreibt der Arzt meist Augentropfen oder Augengel.

Verfärbungen des Auges: Gelbe Augen & Co.

Gelbliche Augenhaut, braune Ränder um die Augen

Haben sich um die Augen braune Ränder gebildet und ist die weiße Augenhaut gelblich verfärbt, kann das Zeichen einer Leberfunktionsstörung sein. Verfärbt sich auch die Haut gelblich, deutet dies auf eine Gelbsucht hin. Geht die gelbliche Verfärbung mit erhöhter Körpertemperatur einher, könnte der/die Betroffene an Hepatitis (Leberentzündung) erkrankt sein. Beide Fälle sollten unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Weißgelber Ring um die Iris (Regenbogenhaut)

Ein weißgelber Ring um die Iris deutet auf Störungen im Fettstoffwechsel mit erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten hin. Erhöhungen dieser Werte gehen einher mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Dieses erhöhte Risiko kann der Augenarzt meist schon sehr früh diagnostizieren. Denn die empfindlichen Arterien in den Augen werden durch einen erhöhten Blutdruck sehr schnell und lange vor anderen Gefäßen geschädigt. Ein potentieller Herzinfarkt oder Schlaganfall deutet sich so schon früh in den Augen an. In jedem Fall sollten Blutdruck und Stoffwechsel ärztlich kontrolliert und korrekt eingestellt werden. Eine Änderung der Lebensgewohnheiten senkt das Infarktrisiko enorm: Mit mehr Bewegung, dem Verzicht auf das Rauchen und einer gesunden Ernährung tun Sie sich und Ihrem Körper einen großen Gefallen.

Morbus Basedow zeigt sich am Auge

Rote Augen: Krankheitssymptome am Auge ablesen
Auch Schilddrüsenerkrankungen zeigen Symptome an den Augen. Hervortretende Augäpfel sind typisch für die Schilddrüsenüberfunktion Morbus Basedow. © Fotolia

Größere, hervortretende Augen

Vergrößerte und hervortretende Augäpfel können ein Zeichen für die Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow sein. Es handelt sich hierbei um eine Überfunktion der Schilddrüse. Bei fast der Hälfte der Betroffenen macht sich Morbus Basedow an den Augen bemerkbar. Das Hervortreten der Augäpfel kann begleitet werden von: Fremdkörpergefühl, geröteter Bindehaut, tränenden Augen und geschwollenen Lidern. Manchmal können die Augen nicht mehr richtig geschlossen werden. Häufig vertragen Betroffene Licht nur schlecht und leiden unter Sehstörungen (z.B. Doppelbilder). Bei besonders schweren Fällen kann der Sehnerv geschädigt werden. Weitere Zeichen für Morbus Basedow sind verstärktes Schwitzen, erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfall, Haarausfall, Muskelschmerzen und Reizbarkeit. Falls Sie Symptome dieser Art bei sich erkennen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Morbus Basedow wird meist mit Medikamenten behandelt. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, muss unter Umständen operiert oder mit einer Radio-Jodid-Therapie behandelt werden.

Schwellung der Augenlider

Eine Schwellung beider Augenlider kann durch Flüssigkeitseinlagerungen um das Auge hervorgerufen werden. Dies ist möglicherweise Symptom einer Herz- oder Nierenschwäche. Der Körper schafft es nicht, das Wasser aus dem Gewebe zu entfernen - Ursache ist entweder eine zu schwache Leistung des Herzens oder der Nieren.

Lidzucken

Das Lid zuckt plötzlich hin und her, es "wackelt" scheinbar und pocht. Normalerweise hält das Zucken nur wenige Sekunden an, wiederholt sich aber in kurzen Zeitabständen. Lidzucken deutet auf Erschöpfung, Stress und Müdigkeit hin. Auch intensive Bildschirmarbeit kann zu Lidzucken führen. Zuckende Augenlider sind zwar unangenehm, aber meistens harmlos. In der Regel verschwindet Lidzucken so plötzlich wie es gekommen ist. Entspannungsübungen können helfen: Massieren Sie das geschlossene Lid leicht mit den Fingern oder legen Sie einen warmen, nassen Waschlappen auf die geschlossenen Augen. Oder machen Sie doch einfach mal eine Pause.

Sehstörungen = häufig erste Krankheitssymptome

Verschlechterungen der Sehschärfe, Schleiersehen, Doppelbilder

Sehstörungen können auf verschiedene Krankheiten hinweisen und sollten vom Betroffenen in jedem Fall immer ernst genommen und von einem Arzt untersucht werden. Eine Verschlechterung der Sehschärfe mit Schleiersehen kann eines der ersten Anzeichen für die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose sein. Entzündungen am Sehnerv, der Netzhaut oder anderen Augengefäßen sind nämlich häufig die ersten Vorboten der unheilbaren Krankheit.

Das Sehen von Doppelbildern, verschwommenes oder eingeschränktes Sehen bis hin zu vorübergehender Erblindung können Symptome für einen Schlaganfall sein. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden - ein Schlaganfall ist immer ein Notfall.

Auch Diabetes lässt sich an den Augen erkennen. Für die Betroffenen selbst macht sich die Zuckerkrankheit häufig durch Sehstörungen bemerkbar: Dunkle Sprenkel erscheinen im Blickfeld, es droht sogar die Erblindung. Der Augenarzt kann Diabetes an Veränderungen der Netzhaut erkennen, denn ihre feinen Blutgefäße nehmen bei Diabetikern oft als erstes Schaden. Es kann zu Einblutungen oder auch zur Netzhautablösung kommen. Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen für den Verlust des Augenlichtes bei Erwachsenen.

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