Aufwachphase: Was passiert, wenn der Patient aus dem Koma aufwacht?

30.01.14 13:28
Aufwachphase: Was passiert, wenn der Patient aus dem Koma aufwacht?
Bildquelle: Reuters
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Das passiert während der Aufwachphase

Was genau ist die Aufwachphase? Wie können Ärzte das künstliche Koma einfach beenden? Und was geht dabei im Körper vor?

Die Aufwachphase wird eingeleitet, sobald die Opiate, die über den gesamten Zeitraum zur Anästhesie des Patienten verabreicht wurden, langsam ausgeschlichen werden. Der Körper bekommt also weniger "Schlafmedikamente" und wird so auf die nächste Phase vorbereitet.

Dabei kann es jedoch zu Entzugserscheinungen kommen, die erneut neue Medikamente erfordern. Im Grunde genommen ähnelt das einem Drogenentzug. Gleichzeit wird die Körpertemperatur wieder auf 37 Grad angehoben. Zuvor wurde sie nämlich meist herabgesetzt - Schumachers Temperatur betrug in den letzten vier Wochen 34 Grad. Das soll den Körper entlasten.

Während die Medikamente langsam reduziert werden, läuft die Beatmungsmaschine weiter. Denn durch die lange Zeit im künstlichen Koma sind die Atemwegsmuskeln des Patienten geschwächt. Die Lungenbeatmungsmaschine unterstützt die Atmung des Patienten und passt sich schrittweise seiner Lungenfunktion an. Diesen Prozess nennen die Ärzte "Weaning". Nach Langzeitbeatmung - d.h. länger als eine Woche - stellt sich das Weaning des Patienten oft schwierig dar. Teilweise benötigt es lange Zeit, im Einzelfall bis zu mehrere Wochen, bis die Atemarbeit wieder vollständig selbst übernommen werden kann.

Nach der Aufwachphase kommt das Delir

Die Ärzte müssen außerdem genau beobachten, wie sich der Hirndruck des Patienten entwickelt, wenn sie die Medikamente schrittweise reduzieren. Nur wenn der Hirndruck dauerhaft gesenkt ist und die Vitalfunktionen stabil genug sind, können sie ihren Patienten langsam wach werden lassen. Druck und Hirnströme messen Ärzte über eine Hirnsonde und Elektroden.

Wie lange eine Aufwachphase dauern soll oder kann, lässt sich nicht sagen, manchmal dauert sie eine Woche, manchmal länger oder kürzer. Alles hängt von den Umständen der Erkrankung ab. Wird der Patient wach, kommt es meist zum Durchgangssyndrom, im Fachjargon "Delir" genannt. In der Zeit, die die Phase zwischen dem Schlaf und dem Wachzustand beschreibt, bekommen Patienten erstmals mit, dass sie eine Weile lang nicht bei Bewusstsein waren. Viele sind verwirrt, können sich an die Zeit vor dem Koma nicht erinnern: Sie hatten schlicht einen "Filmriss". Auch Gesichter können sie oft nicht erkennen.

Angehörige können den Zustand erleichtern, indem sie die Sinne des Patienten stimulieren. Sie können vertraute Klänge, die Lieblingsmusik, oder Düfte wie das liebste Parfüm mitbringen, um den Menschen an sein früheres Leben zu erinnern und ihm die Angst vor der neuen Zeit zu nehmen.

Ob der Patient jedoch wirklich wach wird, ist ungewiss. Bei Komapatienten ist nichts sicher. Alles ist offen.

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