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Aufräumen als Erlebnis: Endlich Ordnung im Kinderzimmer

KInderzimmer aufräumen leicht gemacht
KInderzimmer aufräumen leicht gemacht Aufräum-Spiele für Groß und Klein 00:03:34
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So macht Aufräumen sogar Spaß

Das Kinderzimmer sieht wieder wie ein Schlachtfeld aus - und aufräumen will keiner. Bitten, brüllen, drohen - macht alles keinen Sinn. Aber warum räumen die Kleinen im Kindergarten brav alles weg und in den eigenen vier Wänden droht der Absturz zum Mini-Messie? Damit Kinder auch ihr eigenes Zimmer in Schuss halten, sollten Eltern einige Regeln beachten.

Jedes Töpfchen hat sein Deckelchen, das gilt auch für Spiel- und Malsachen. Denn was für Erwachsene gilt, ist vor allem für Kinder wichtig: Jeder Gegenstand muss seinen festen Platz haben. Nur dann hat das Kind überhaupt den Überblick, wohin es seine Sachen räumen soll. Die pauschale Ansage "Räum' endlich dein Zimmer auf!" sorgt sonst vor allem bei kleineren Kindern für Verwirrung und Totalblockade.

Eltern sind für die Kinder ein Vorbild. Wer also möchte, dass der Nachwuchs Ordnung hält, muss als gutes Beispiel voran gehen. Und das gilt für beide Elternteile. Denn wenn Mutti allen anderen Familienmitgliedern hinterherräumt, dann wird es unter Umständen schwierig, die Kleinen davon zu überzeugen.

Das Chaos im Kinderzimmer hat aber nicht nur schlechte Seiten. Besonders Kleinkinder lassen ihrer Phantasie freien Lauf und benutzen alle Gegenstände, die sie in ihrem Zimmer finden. Werden die Spiel-, Mal- oder Bastelsachen sogar über mehrere Tage genutzt, sollten Eltern sich nicht daran stören, wenn sie im Zimmer verteilt herumliegen. Wenn mit den herumliegenden Gegenständen gar nicht gespielt wird,dann sollten diese auch weggeräumt werden.

Kindergartenkinder an die Hand nehmen, Schulkindern Freiraum lassen

Für Schulkinder ist die wachsende Eigenständigkeit unheimlich wichtig. Dazu gehört auch, dass das Kind einen eigenen Herrschafts- und Entscheidungsbereich hat. In seinem Zimmer ist das Kind der Chef. Allerdings müssen ihm die Eltern die Grenzen abstecken, in denen es sich frei bewegen kann. Ist ein Kompromiss notwendig, dann sollte mit dem Kind darüber geredet werden. So ist mindestens einmal die Woche ein Aufräumtag notwendig, damit das Zimmer vernünftig geputzt werden kann. Spätestens mit 14 Jahren sind die Kinder in der Lage, selber Ordnung zu halten.

Kleinkinder müssen dagegen beim Aufräumen noch geführt werden, da sie sonst schnell überfordert sind. Besonders einfach geht das spielerisch. Dass die Puppen nicht einfach auf dem Boden, sondern besser im Puppenbett schlafen, leuchtet jedem Kind ein. Und auch die 20 Spielzeugautos, die wild im Zimmer verteilt herumliegen, sind auf einem Parkplatz sicherer aufgehoben. Dabei sollten Eltern darauf achten, zusammen mit ihrem Kind das Zimmer aufzuräumen. Auch wenn das Kind herumtrödelt oder meckert, darf ihm die Aufräumarbeit nicht ganz abgenommen werden. Hier heißt es vor allem, konsequent zu bleiben.

Damit der Alltag mit Kindern nicht in vielen kleinen Scharmützeln endet, müssen grundsätzlich Regeln festgelegt werden. Diese lassen sich leichter umsetzen, wenn Eltern und Kinder sie gemeinsam festsetzen. Die Experten vom bayerischen Landesjugendamt haben für das Aufräumen ein paar Vorschläge gesammelt:

- Es muss eine gewisse Hygiene eingehalten werden. Alte Joghurtbecher, schmutzige Teller, verschmutzte Kleidung gehören nicht ins Kinderzimmer. Alles, was das Kind nicht aus seinem Zimmer trägt, wird auch nicht gewaschen.

- An einem festgelegten Wochentag ist Aufräumtag.

- Das Bad wird so verlassen, wie man es vorgefunden hat.

- Jacken gehören an die Garderobe.

- Vor Erledigen der Hausaufgaben muss der Schreibtisch aufgeräumt werden.

- Es wird nichts ohne das Wissen des Kindes weggeräumt.

- Es wird nichts weggeworfen, ohne vorher das Kind gefragt zu haben.

- Sagen Sie Ihrem Kind vorher Bescheid, wenn Sie in seinem Zimmer aufräumen.

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