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Atemaussetzer: Baby wird täglich wiederbeatmet!

Weil sie mehrmals täglich Atemaussetzer hat, muss Jess Kerr aus England täglich wiederbeatmet werden.
Jess Kerr (1) ist noch am Leben, weil sie mehrmals täglich wiederbeatmet wird. Sie leidet am Pätau-Syndrom und hat Atemaussetzer. Foto: Caters New Agency © Caters News Agency

Die kleine Jess Kerr aus England hat täglich mehrere Atemaussetzer

Atemaussetzer bei Babys sind nicht selten. Die meisten Aussetzer ereignen sich während des Schlafs und sind harmlos. Doch es gibt auch Atemstörungen, die lebensbedrohlich sind. Wie bei der kleinen Jess aus England - sie muss fünfmal täglich wiederbeatmet werden! Der Grund: Sie leidet an Trisomie 13, dem Pätau-Syndrom.

Die mittlerweile einjährige Jess Kerr „vergisst“ regelmäßig zu atmen und läuft dann blau an. Die Ärzte prognostizierten eine kurze Lebensdauer - sie gaben Jess nur wenige Tage. Dank der Rund-um-die-Uhr-Sorge ihrer Familie lebt die Kleine aber noch. Das berichtet die 'Daily Mail'.

Nicht immer ist die Diagnose so eindeutig wie bei Jess Kerr. Wenn die Atmung bei Säuglingen aussetzt und ein Kind stirbt, ist schnell die Rede vom „Plötzlichen Kindstod“. Trotz rückläufiger Zahlen, sterben laut der 'Pharmazeutischen Zeitung' immer noch rund 350 Säuglinge jährlich an dieser mysteriösen Krankheit. Über die Gründe des SID („Sudden Infant Death“) gibt es bislang nur Vermutungen. Eine davon ist, dass bei den Babys einfach die Atmung stoppt. Störungen des zentralen Nervensystems oder eine genetische Veranlagung können die Ursache sein. Doch im Grunde ist der Plötzliche Kindstod eine Bezeichnung für unerklärliche Todesfälle im Säuglingsalter. In jedem Fall scheint eine Störung der "Atemregulation und Aufwachreaktion" vorzuliegen. Normalerweise werden Atempausen mit einem kurzen Nach-Luft-Schnappen, beendet. An SID verstorbene Babys konnten sich aus diesen Atempausen offenbar nicht befreien.

In verschiedenen Untersuchungen wurden einige wiederkehrende Umstände festgestellt. Einer Studie zufolge sterben durch Überwärmung im Winter mehr Babys als in den anderen Monaten. Und: In denen ersten vier Lebenswochen sowie nach dem ersten Geburtstag, kommt es fast nie zum Plötzlichen Kindstod. Jungen sind außerdem häufiger betroffen als Mädchen. Ein besonders hohes Risiko als Säugling zu sterben, haben unter anderem Frühchen, die vor der 33. Schwangerschaftswoche geboren wurden sowie Babys von drogenabhängigen und rauchenden Schwangeren.

Atempausen: So halten Sie das Risiko gering

Auch wenn das plötzliche Aussetzen der Atmung nahezu unerklärlich zu sein scheint, gibt es doch Vorkehrungen, die Sie treffen können, um das Risiko gering zu halten.

Lassen Sie Ihr Kind möglichst nur in Rückenlage schlafen. Denn man hat festgestellt, dass das Schlafen in Bauchlage ein höheres Risiko birgt. Auch die Seitenlage ist riskant, weil Babys so schneller auf den Bauch rollen können.

Sorgen Sie dafür, dass das Schlafzimmer Ihres Babys nicht zu warm ist. Höher als 18 Grad sollte die Temperatur dort nicht sein. Ihr Kind sollte luftig schlafen - packen Sie es nicht dick ein. Es reicht ein Baby-Schlafsack. Bettdecke, Kopfkissen, Nestchen und Kuscheltiere haben im Babybett nichts verloren.

Lassen Sie Ihr Baby in der ersten Zeit in Ihrem Schlafzimmer, jedoch in seinem eigenen Bettchen schlafen. Im Elternbett könnte es von Bettdecken versehentlich überdeckt werden.

Rauchen Sie nicht in der Wohnung und in Gegenwart Ihres Babys. Dadurch steigt die Infektanfälligkeit für Atemwegserkrankungen, die das SID-Risiko erhöhen.

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