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Asthmasprays beeinträchtigen das Wachstum von Kindern

Asthmasprays beeinträchtigen das Wachstum von Kindern
Asthmasprays trotzdem unverzichtbar © Zlatan Durakovic - Fotolia, Zlatan Durakovic

Im Vergleich einen halben Zentimeter kleiner

Zwei große Studien von Forschern aus Brasilien und Kanada haben nun belegt, dass Asthmasprays, die das Hormon Kortikosteroid enthalten, das Wachstum von Kindern hemmen. Kinder und Jugendliche, die täglich inhalieren müssen, sind kleiner als gleichaltrige Kinder.

Für die erste Untersuchung werteten die Forscher Patientendaten aus insgesamt 25 Studien aus. Einige der 9000 Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die an schwerem bis mittelschwerem Asthma leiden, haben täglich das Hormon Kortikosteroid inhaliert. Der Rest der Probanden hat Placebos oder steroidfreie Medikamente bekommen. Die Auswertung der Daten ergab, dass die erste Gruppe der Kinder im Vergleich einen halben Zentimeter kleiner war als die Altersgenossen in den anderen beiden Gruppen. Vor allem sei dieser Effekt im ersten Einnahmejahr zu beobachten, danach gehe die Differenz in der Körpergröße zurück.

Asthmasprays trotzdem unverzichtbar

Die zweite Studie, die Patientendaten aus insgesamt 22 Studien auswertete, bezog sich mehr auf den Einfluss der täglichen Dosis. Dabei kam heraus, dass eine stärkere Dosis nur unwesentlich hemmender wirkte als eine normale Dosis des Hormons Kortikosteroid. Und auch die molekulare Zusammensetzung des Sprays spielt dabei keine Rolle.

Weglassen sollen Patienten das Spray allerdings nicht, warnt Christian Vogelberg, Lungen-Experte der Dresdener Klinik: "Wenn Asthma unbehandelt bleibt, kann das zu ernsten Gesundheitsschäden führen. Zudem führt die gestörte Sauerstoffversorgung zu weitaus stärkeren Wachstumsverzögerungen als Steroide." Auch steroidfreie Medikamente sind bei schwerem Asthma nicht zu empfehlen. Bei dauerhaftem Asthma sind Sprays mit Kortikosteroiden am wirksamsten, das Mittel hemmt Entzündungen in den Bronchien und der Lunge und beugt Verengungen vor. Auf diese Weise werden Patienten vor Atemnot bewahrt, die unter anderem auch tödlich ausgehen kann.

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