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Ärztepfusch: Wenn das Kind plötzlich behindert ist

Kind wird durch Ärztepfusch zum Pflegefall

Alles beginnt mit einer harmlosen Bronchitis - aber was dann mit ihrem Sohn passiert, kann Julia Jannaschk bis heute nicht begreifen. Taylor ist ein Jahr alt, als er in eine Limburger Klinik kommt. Er soll nur ein paar Tage bleiben, eigentlich alles reine Routine. Doch nach diesem Krankenhausbesuch ist nichts mehr, wie es vorher war. Denn heute ist der dreijährige Junge ein Pflegefall.

Ärtztepfusch im Krankenhaus
Heute ist der dreijährige Taylor körperlich und geistig behindert.

Julia Jannaschk kann sich noch genau an den schrecklichen Tag erinnern, als sich Sohn Taylor, der wegen einer Bronchitis im Krankenhaus lag, an einem Stück Apfel verschluckt und daraufhin plötzlich keine Luft mehr bekam. Hilflos und verzweifelt muss die junge Mutter damals auf dem Krankenhaus-Flur ausharren, während die Ärzte um das Leben ihres Sohnes kämpfen. Heute, zwei Jahre nach diesem schrecklichen Unfall, ist der kleine Taylor körperlich und geistig behindert. Seine Mutter ist überzeugt davon, dass ein schlimmer Fehler ihren Sohn zum Pflegefall gemacht hat. Ihrer Meinung nach hätten die Ärzte damals einfach viel zu spät eingegriffen.

Die Klinik weist jegliche Schuld von sich

Heute kostet es Julia jeden Tag viel Zeit und Kraft, sich um ihren behinderten Sohn zu kümmern. Die junge Mutter kommt dabei an ihre Grenzen, denn die 31-Jährige hat noch vier weitere Kinder, die ihre Mama ebenfalls brauchen - Ein Kraftakt für die ganze Familie. Dazu kommt noch ein ganz anderer Kampf - nämlich der vor Gericht. Julia Jannaschk verlangt Schmerzensgeld von der Klinik. Doch die Verantwortlichen sind nicht bereit zu zahlen und weisen seit zwei Jahren jede Schuld von sich.

Auf Geld ist die Familie jedoch dringend angewiesen. Denn die zahlreichen Therapien für den kleinen Taylor sind teuer. Eine Garantie, ob die Therapien wirklich anschlagen, gibt es jedoch nicht. Aber durch kleinste Anzeichen weiß Mutter Julia, dass es ihrem Sohn gut geht. Und das ist für sie die Hauptsache. Doch dafür muss sie weiterhin hart kämpfen – im Alltag und auch vor Gericht.

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