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Arbeitszeugnis-Formulierungen: Das bedeuten die Floskeln wirklich

Der feine Unterschied in der Wortwahl

Bewirbt man sich um einen neuen Job, will der zukünftige Chef nahezu immer vor allem eins sehen: Arbeitszeugnisse. Diese belegen, wie sich der Arbeitnehmer zuvor angestellt hat - und je besser das Zeugnis ist, desto größer sind die Chancen auf den Traumjob. Leider sind für Unerfahrene die Formulierungen leicht falsch zu verstehen. Nicht alles, was schmeichelhaft klingt, ist das auch wirklich. Wir haben für Sie einige der häufigsten Arbeitszeugnis-Formulierungen gesammelt und erklären, was sie wirklich bedeuten.

Arbeitszeugnis-Formulierungen: Das bedeuten die Floskeln wirklich
Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein Arbeitszeugnis © dpa, Jens Büttner

"Frau XY arbeitete zu unserer vollen Zufriedenheit" - diese Aussage entspricht der Schulnote 3, also 'befriedigend'.

"Herr XY arbeitete stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" - diese Formulierung ist genauso positiv, wie sie klingt und entspricht der Schulnote 'sehr gut'.

"Frau XY bemühte sich, die Ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen" - damit will der Arbeitgeber sagen, dass die Bemühungen wenig erfolgreich waren. Als Schulnote wäre das eine glatte sechs.

"Herr XY hatte ein gutes Verhältnis zu den Vorgesetzten und vermied Spannungen" - das heißt, der Arbeitnehmer war ein Mitläufer, der wenig Rückgrat bewies.

"Frau XY war stets pünktlich" - toll! Aber ansonsten konnte sie nicht überzeugen.

"Herr XY arbeitete jederzeit absolut zuverlässig, zielstrebig und zügig" - diese Umschreibung ist positiv gemeint und wortwörtlich zu verstehen.

"Herr XY verfügte über profunde Sachkenntnis und zeigte beachtliches Selbstvertrauen" - diese Formulierung bedeutet, dass der Arbeitnehmer als besserwisserisch empfunden wurde.

"Frau XYs Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich" - das ist eine ehrlich gemeinte Umschreibung und kommt der Note 'sehr gut' gleich.

"Herr XY hat alle ihm übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß erledigt" - heißt so viel wie: "Er machte Dienst nach Vorschrift, aber zeigte keine Eigeninitiative."

"Frau XY hatte die Gelegenheit, sich das notwendige Fachwissen anzueignen" - hört sich zwar gut an, bedeutet aber, dass die Mitarbeiterin diese Gelegenheit nicht wahrgenommen hat.

"Das Ausscheiden nehmen wir mit großem Bedauern zur Kenntnis" - der Arbeitgeber sagt hiermit, dass er den Mitarbeiter gerne in der Firma behalten hätte.

Unzulässige Formulierungen

Darüber hinaus können auch andere Formulierungen im Arbeitszeugnis auftauchen, die allerdings unzulässig sind.

"Frau XY trug durch ihre Geselligkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas bei" - Damit will der Arbeitgeber sagen: "Sie schaute öfter mal zu tief ins Glas."

"Herr XY hat für alle Arbeiten Verständnis gezeigt" - bedeutet, dass der Arbeitnehmer faul war.

"Frau XY war kontaktfreudig und bei den Kollegen sehr beliebt" - heißt, sie hat lieber getratscht als zu arbeiten.

"Herr XY hat für die Belange der Belegschaft stets Einfühlungsvermögen bewiesen" - bedeutet, dass der Kollege sexuellen Kontakte in der Belegschaft gesucht hat.

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