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Arbeitsunfall: Wann greift die Versicherung?

Arbeitsunfall: Wann greift die Versicherung?
Der Versicherungsschutz greift nicht nur bei einem Arbeitsunfall am Arbeitsplatz sondern auch auf dem Arbeitsweg.

Bei einem Arbeitsunfall gilt es, gewisse Spielregeln einzuhalten

Ob Vollzeit oder Teilzeitkraft, ob Praktikantin oder Festangestellte: Bei Ihrem Arbeitgeber sind sie automatisch unfallversichert. Das gilt sogar für Minijobs im Privathaushalt, sofern Ihr Arbeitgeber Sie ordnungsgemäß angemeldet hat. Ihr Vorteil: Wenn Ihnen etwas passiert, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz umfasst nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die Hin- und Rückfahrt zur Arbeitsstelle. Allerdings gibt es Spielregeln, die Sie beachten müssen.  

Fuß umgeknickt, auf der Treppe ausgerutscht, den Kopf beim Aufheben eines Papierschnipsels an der Schreibtischkante angeschlagen? Oder auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad gestürzt? Meistens tragen Sie nur ein paar Beulen oder Schürfwunden davon und es tut es nur eine Weile weh, aber weiter passiert nichts. Aber manchmal hat ein solcher Unfall gravierende Folgen. Ein Bruch, ein Bänderriss oder eine Gehirnerschütterung setzt Sie für Tage oder gar Wochen schachmatt. Sie können nicht arbeiten und müssen dringend behandelt werden. Womöglich brauchen Sie sogar eine teure Reha-Maßnahme.

Ein Arzt entscheidet nach dem Arbeitsunfall, ob die Unfallversicherung greift

Überlassen Sie das nicht alles Ihrer Krankenversicherung. Besser ist es, Sie melden den Unfall als Arbeitsunfall. Denn dann trägt die Kosten für eine Behandlung die gesetzliche Unfallversicherung, zu der jeder Arbeitgeber Pflichtbeiträge zahlen muss. Das ist entweder eine Berufsgenossenschaft oder eine Unfallkasse. Sie werden dann bestmöglich behandelt - eben so, dass Ihre Arbeitsfähigkeit möglichst vollständig wiederhergestellt wird. Wenn der Unfall nicht gerade auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruht, haben Sie als Arbeitnehmerin Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.  

Der Versicherungsschutz besteht nicht nur für klassische Arbeitsunfälle, die bei der eigentlichen Arbeit passieren. Sondern auch bei so genannten Wegeunfällen, die auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause geschehen. Sogar der Umweg über Schule oder Kindergarten, um den Nachwuchs hinzubringen oder abzuholen, ist mit versichert. Das gilt auch für Minijobs im Privathaushalt, sofern Ihr Arbeitgeber Sie ordnungsgemäß angemeldet hat.  

Aber es gibt auch Pflichten: Sie müssen einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Einen Durchgangsarzt in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website der Landesverbände Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung www.dguv.de. Klicken Sie links auf "Medien/Datenbanken" und dann auf "Datenbanken". Ganz unten erscheint der Link "D-Arzt", der Sie zum Suchformular führt. Der D-Arzt entscheidet, welche Behandlung notwendig ist und von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen wird.

Ihre Pflicht ist es, denn Arbeitsunfall zu melden

Ärztliche Behandlung
Ein Arbeitsunfall muss gemeldet werden © praisaeng - Fotolia, Praisaeng

Er kann Ihnen auch dabei helfen, eine Unfallanzeige aufzugeben. Denn das ist Ihre zweite Pflicht: Sie müssen den Unfall melden, und zwar an die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, in der Ihr Arbeitgeber Mitglied ist. Dazu gibt es ein extra Formular (Unfallanzeige), das sie ausfüllen müssen. Beschreiben Sie so genau wie möglich den Unfallhergang und die Folgen. Eine Unfallanzeige sollten Sie übrigens auch dann aufgeben, wenn noch nicht klar ist, wie schlimm die Folgen sind. Angenommen, Sie knicken mit dem Fuß um, und können zunächst nicht laufen. Es kann sein, dass der Knöchel schnell wieder abschwillt und alles in Ordnung ist. Es kann aber auch sein, dass ein Band gerissen ist, oder dass Sie sich einen Knöchelbruch zugezogen haben. Also: Lieber melden, damit Sie Ihre Ansprüche nicht verwirken.  

Das Leistungsspektrum der gesetzlichen Unfallversicherung reicht notfalls weit über die Behandlungs- und Reha-Kosten hinaus: Handelt es sich wirklich um einen Arbeits- oder Wegeunfall, ist sogar eine Berufsunfähigkeitsrente möglich, wenn die Verletzung so schwer ist, dass Sie nicht weiter arbeiten können. Aber das wollen wir jetzt mal nicht hoffen! Auf jeden Fall wissen Sie jetzt, was Sie tun müssen, um im Falle eines Falles bestmöglich medizinisch versorgt zu werden.

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