Arbeitsmarkt: Bilanz gut, Ausblick mäßig

03.01.13 19:56
Arbeit,, Arbeitsmarkt
Bildquelle: dpa bildfunk
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Schwächelnde Konjunktur hinterlässt Spuren

Während unsere europäischen Nachbarn, insbesondere die Krisenstaaten wie Spanien und Griechenland, schon seit Monaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen herumschlagen müssen, ist es in Deutschland bislang glimpflich abgelaufen. Doch zum Abschluss des Jahres 2012 mischt sich ein wenig trübe Farbe in die eigentlich gute Gesamtbilanz.

2012 waren im Durchschnitt 2,897 Millionen Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 79.000 weniger als im Jahresdurchschnitt 2011. Die Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr bei 6,8 Prozent - nach 7,1 Prozent im Jahr 2011, wie die BA mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit 1991.

Im Dezember 2012 allerdings ist die Zahl der Arbeitslosen um 88.000 auf 2.840.000 gestiegen. Das waren 60.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent. Im Dezember 2011 hatte sie bei 6,6 Prozent gelegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Der Arbeitsmarkt reagierte auch zum Jahresende robust auf die wirtschaftliche Eintrübung. Spuren sind aber sichtbar. So sind die Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung im Dezember saisonbereinigt leicht gestiegen."

Und so gerät der deutsche Arbeitsmarkt stärker in den Sog des europaweiten Abschwungs. Saisonbereinigt legte die Erwerbslosenzahl den neunten Monat in Folge zu und stieg im Monatsvergleich um 3.000. Experten hatten sogar eine Zunahme um 10.000 erwartet. Und so versuchen die Experten doch noch das Positive in den neuesten Zahlen zu sehen.

"Das sind unter dem Strich positive Zahlen. Trotz der konjunkturellen Delle bricht der Arbeitsmarkt nicht weg. Die Unternehmen sind nicht willens, qualifizierte Mitarbeiter auf die Straße zu setzen - auch angesichts der hohen Zahl an unbesetzten Stellen. Wenn die Konjunktur im Jahresverlauf wieder anzieht, dürfte die Arbeitslosigkeit mit Verzögerung auch wieder sinken", sagte Stefan Schilbe vom Bankhaus HSBC Trinkaus.

Überdurchschnittlich viele Mini-Jobber

Bernd Hartmann von der VP-Bank ergänzte: "Die Zahl der Arbeitssuchenden hat im Dezember zum neunten Mal in Folge zugenommen. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich angesichts der Konjunkturprobleme in Europa jedoch vergleichsweise robust. Die Zunahme um 3.000 Personen fällt erneut moderat aus." Jedoch räumte Hartmann ein: "Allerdings offenbart der anhaltende Trend die derzeitige Schwäche der deutschen Wirtschaft, neue Jobs zu schaffen. Trotz verbesserter Vorlaufindikatoren wird der realwirtschaftliche Aufschwung vorerst noch etwas auf sich warten lassen - und mit ihm auch eine spürbare Aufhellung am Arbeitsmarkt."

Rückläufig ist auch die Zahl der offenen Arbeitsstellen. Sie liege aber noch auf einem hohen Niveau, so die Bundesagentur. Im Dezember waren mit 421.000 offenen Arbeitsstellen 47.000 weniger gemeldet.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen schaut dennoch nicht pessimistisch in die Zukunft: "Die Chancen stehen gut, dass der Arbeitsmarkt weiter robust reagiert", sagte sie. "Das Umfeld wird schwieriger, aber wir sind gut gewappnet."

Außerdem steigt die Zahl der Mini-Jobber, das geht aus einer unveröffentlichten Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, über die die 'Welt' berichtet. Vor allem in ländlichen Gebieten des Westens ist die Zahl der Mini-Jobs besonders hoch. In einigen Landkreisen sind ein Drittel der Stellen Mini-Jobs. Studienleiter Alexander Herzog-Stein kritisiert in dem Zusammenhang die Erhöhung der Verdienstobergrenze bei Minijobs auf 450 Euro (zuvor 400 Euro).

Die Erhöhung sei ein fataler Fehler, denn schon bei einer Bezahlung von 400 Euro sei ein Mini-Job lukrativer als mancher sozialversicherungspflichtiger Job. Bei einem Mini-Job ist der Arbeitnehmer im Falle von Arbeitslosigkeit nicht abgesichert und hat weniger Rentenansprüche.

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