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Arachnophobie: Das hilft bei Spinnenphobie

Tipps gegen Angst vor Spinnen
Arachnophobie: Wer sich vor Spinnen ekelt oder fürchtet, ist seiner Angst nicht hilflos ausgeliefert. © picture-alliance/ dpa, Wolfram Steinberg

Angst vor Spinnen ist weit verbreitet

Etwa fünf Prozent aller Deutschen haben Angst vor Spinnen. Sie leiden unter der sogenannten Arachnophobie. Woran liegt es, dass sich so viele vor den meist harmlosen Achtbeinern fürchten? Und was können Betroffene gegen die Angst tun?

Kreischalarm - nicht wenige Menschen reagieren panisch auf den Anblick einer Spinne an der Zimmerdecke. Bei der Furcht vor Spinnen spielt es für die meisten keine Rolle, ob die Tiere tatsächlich gefährlich oder völlig harmlos sind. Der bloße Anblick genügt - und schon läuft es vielen Spinnenphobikern eiskalt den Rücken hinunter. Viele verbarrikadieren sich regelrecht in ihrer Wohnung oder im Haus und riegeln alles hermetisch ab, um die Krabbeltiere fernzuhalten. Für viele bedeuten auch Grillen oder Zelten eine wahre Tortur. Auch vor dem Gang in den Keller graust es vielen. Und wenn sie es doch tun, macht sich oft ein flaues Gefühl in der Magengegend breit. Aber wie schafft man es, dieses Gefühl auszuschalten?

Das raten Psychologen bei Spinnen-Angst

Einige Psychologen bezeichnen die Angst vor Spinnen als "Urangst". Da Spinnen meist plötzlich auftauchen und in ihren Bewegungen relativ

unberechenbar sind, haben unsere Vorfahren sie vermutlich als gefährlich eingestuft und mit Flucht reagiert. Dies auch vor dem Hintergrund, dass nicht auszuschließen ist, dass die Spinnen früher größer und angriffslustiger waren als die heutigen Exemplare. Dieser Fluchtreflex könnte bis heute über die Gene erhalten geblieben sein.

Auffallend ist jedoch, dass die Spinnenangst vor allem in der westlichen Zivilisation verbreitet ist. Einige Kulturen verehren Spinnen sogar als gottnahe Wesen.

Aber was hilft gegen die Spinnenangst?

Psychologen bewerten die "Konfrontationstherapie" als besonders wirksam gegen die Angststörung. Dazu müssen Betroffene über mehrere Stunden lang eine Spinne ansehen und sie in einem nächsten Schritt auch anfassen. Oft reicht schon eine dieser Sitzungen, manchmal sind mehrere notwendig, um Spinnen entspannter gegenübertreten zu können. Viele können anschließend totz deren Anwesenheit gelassen bleiben, anstatt fluchtartig aus dem Zimmer zu türmen.

Auch möglich ist eine systematische Desensibilisierung. Diese ist auf eine längere Zeit ausgelegt. Dabei wird die Angst Schritt für Schritt überwunden. Dazu wird eine Art Reizhierarchie festgelegt. Es wird mit dem schwächsten noch als ängstigend empfundenen Reiz begonnen. Im Fall einer Spinnenphobie könnte das Vorgehen folgendermaßen aussehen:

1. Konfrontation mit einer Plastikspinne

2. in den Keller gehen, wo sich Spinnen gerne aufhalten

3. ein Spinnennetz betrachten und eventuell auch anfassen

4. eine kleine Spinne aus gößerer Entfernung betrachten

5. den Abstand kontinuierlich verkleinern

6. die Spinne anfassen, wenn die Bereitschaft dafür da ist

Ziel ist es, den Betroffenen vor Augen zu führen, dass und wie harmlos Spinnen eigentlich sind. Diese Therapie sollte mit Entspannungsübungen kombiniert werden. So kann der Patient auch lernen, wie er selbst mit ein paar einfachen Atem-Techniken den Puls runter fahren kann.

Wenn die Spinnenangst außergewöhnlich groß ist und mit regelrechten Panik-Attacken beim Anblick von Spinnen einhergeht, können auch Hypnose-Sitzungen bei einem psychologischen Therapeuten helfen.

Dabei wird versucht, die Verknüpfung von negativen Gefühlen beim Anblick von Spinnen zu lösen. Dadurch sollen Spinnen zukünftig möglichst neutral und emotionslos betrachtet werden können.

Wer sich aber partout nicht dazu durchringen kann, ein entspanntes Verhältnis zu Spinnen aufzubauen, sollte sich auch nicht dazu zwingen. Allerdings kann es helfen, sich vor Augen zu führen, dass die Spinne berechtigterweise viel mehr Angst vor Ihnen haben muss als Sie vor ihr. Und wenigstens diese Tatsache beruhigt doch schon einmal.

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