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Appetitzügler: Nebenwirkungen von Diätpillen oft riskant

Abnehmpulver und -pillen machen krank statt schlank
Abnehmpulver und -pillen machen krank statt schlank Finger weg von Diätpillen aus dem Internet 00:01:59
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Diätpillen und -pulver aus dem Internet werden nicht kontrolliert

Ganz schnell vor Feiertagen noch ein paar Pfund abnehmen, um dann richtig reinhauen zu können oder schnell zur Strandfigur schlankhungern - für viele klingt das sehr verlockend. Vor allem dann, wenn man sich dafür nicht im Fitnessstudio quälen oder beim Essen auf alles verzichten muss. Stattdessen einfach eine Tablette schlucken und die Pfunde schmelzen. Das zumindest versprechen Diätpillen und Appetitzügler, die zuhauf im Internet angeboten werden.

Appetitzügler: Nebenwirkungen von Diätpillen oft riskant
Es klingt zu schön um wahr zu sein: mit Pillen und Pulver zur Traumfigur. Leider ist es das auch: Wer mit Pillen abnehmen will, riskiert nicht nur Misserfolge, sondern schadet im Zweifel auch seiner Gesundheit. © Picture-Factory - Fotolia, Michaela Rofeld

Sie heißen Mexico Red Pepper, Fat Napalm Bomb oder Super Slim - und die Hersteller geben in Werbefilmchen sogar eine Abnehm-Garantie: "Bewiesene Wirksamkeit, klinisch getestet, garantierte Zufriedenheit - oder Sie bekommen ihr Geld zurück." Dabei sind die Hersteller meist genauso unseriös wie die Namen ihrer Produkte. „Die Anbieter sind unkontrollierte Hersteller, die überwiegend aus Asien kommen“, erklärt Juristin Sabine Aretz.

Auch immer mehr Männer greifen zu dubiosen Mittelchen, um auszusehen wie Adonis. Dabei handelt es sich aber um eine äußerst gefährliche Diät-Methode. Ein 18-Jähriger Schüler aus England ist vor kurzem durch so ein illegales Produkt ums Leben gekommen.

Diätpillen machen nicht schlank, sondern krank

Diese Importe sind illegal. Allein am Flughafen Frankfurt gibt es rund 28.000 Fälle im Jahr. Wird man erwischt, zahlt man mindestens 35 Euro Strafe. Viel schlimmer jedoch: all diese Pillen und Pülverchen machen einen nicht wirklich dünner – aber sie können krank machen. „Häufig sind Stoffe enthalten, die auf dem deutschen Markt nicht zulässig sind und gesundheitsschädlich sein können“, erklärt Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. Das führt häufig zu - teils lebensgefährlichen - Nebenwirkungen. „Die Mittel erhöhen den Blutdruck, sie erhöhen den Herzschlag und können dazu führen, dass man einen Schlaganfall erleidet“, warnt Apothekerin Erika Fink.

Wer wirklich gesund abnehmen und langfristig schlank bleiben will, muss ganz einfach mehr Kalorien verbrauchen als er zu sich nimmt. Das heißt: weniger und gezielt essen – und Sport treiben. Es gibt ihn nämlich durchaus, den Weg zur Wunschfigur – aber der erfordert Ausdauer und Disziplin statt Diätpillen, Pülverchen oder anderer Mittel.

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