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Apotheken-Preisvergleich: Wird man von Apothekern abgezockt?

Apotheken-Preisvergleich: Wird man von Apothekern abgezockt?
Ein kleiner Schnupfen kann ganz schön ins Geld gehen. © dpa, Caroline Seidel

Apotheken im Test

Eine dicke Erkältung ist sowieso schon äußerst unangenehm, doch sie kann auch noch ganz schön teuer werden. Zumindest wenn man an den falschen Apotheker gerät. Wie dreist zocken Apotheker Patienten eigentlich bei einer Erkältung ab? Geht's den Apothekern mehr ums Geld, als um die Gesundheit ihrer Kunden? Was kostet ein Schnupfen tatsächlich und werden teure Vitaminpräparate angedreht, die eigentlich gar nichts bringen? Der Apotheken-Test zeigt's.

Gut beraten oder doch nur abgezockt? Kopfschmerzen, Fieber und Verschleimung sind die Symptome, die den Apothekern geschildert werden. Allgemeinmediziner Dr. Martin Holzporz hat eine klare Meinung, wie viel die Medikamente kosten sollten: Unter 10 Euro.

Apotheken-Test 1: Nach einen ausführlichen Gespräch sind am Ende 14,70 Euro fällig und es entsteht das Gefühl, gut versorgt zu sein.

Apotheken-Test 2: Nach einer eingehenden Beratung, gibt es zusätzlich noch Zink für knappe 12 Euro. Zu bezahlen sind am Ende über 30 Euro. Deutlich mehr, als bei der ersten Apotheke.

Apotheken-Test 3: Hier langt der Apotheker sogar richtig zu. Stolze 36,49 Euro sind zu zahlen. Das sind 148 Prozent mehr als Dr. Holporz veranschlagt hatte.

Interessant zu wissen ist auch, ob die Apotheker nicht nur teure Medikamente verkaufen möchten, sondern, ob sie auch noch zu solchen raten, die eigentlich gar nichts bringen. Um das herauszufinden, wird gezielt nach Vitaminpräparaten gefragt. Und auch dazu hat der Experte eine klare Meinung: Die Symptome der akuten Erkältung lassen sich damit nicht lindern.

17 Euro kostet in der ersten Apotheke ein vom Apotheker empfohlenes Vitaminpräparat. Dass es bei den Symptomen akut aber nicht hilft, darauf weist er nicht hin. In der nächsten Apotheke stehen im Regal viele Vitaminpräparate. Auch hier wird eines verkauft (für 11,25 Euro) ohne darauf aufmerksam zu machen, dass es im akuten Krankheitsfall gar nicht hilft.

Eine positive Überraschung gibt es in der letzten Apotheke. Denn hier wird darauf hingewiesen, dass Vitamine ergänzend wirken, aber jetzt weder gegen Fieber oder Schmerzen helfen.

Genaues Nachfragen lohnt sich also, denn auch wenn Vitamine grundsätzlich für den Körper wichtig sind - entsprechende Präparate helfen im akuten Krankheitsfall aber nicht.

Das Ergebnis des Tests: Lassen Sie sich immer genau erklären, warum gerade diese Medikamente bei Ihren Symptomen genau richtig sind. Und: Fragen Sie nach No-Name-Medikamenten, denn die sind meist deutlich günstiger.

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