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Anzeichen für Peniskrebs: Im schlimmsten Fall hilft nur noch eine Amputation

Peniskrebs-Vorsorge
Noch alles in Ordnung? Männer sollten auch ihr "bestes Stück" regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen. © apops - Fotolia, Photographer: Andrey Popov

Das Peniskarzinom betrifft vorwiegend Eichel und Vorhaut

Bei Peniskrebs (auch als Peniskarzinom bezeichnet) handelt es sich um einen bösartigen Tumor bei Männern, der relativ selten vorkommt. Pro Jahr sind durchschnittlich 600 Männer davon betroffen. Ein erhöhtes Risiko besteht ab einem Alter von 60 Jahren, aber auch junge Männer leiden manchmal unter Peniskrebs.

Das Peniskarzinom betrifft vorwiegend Eichel und Vorhaut. Es entsteht aus entarteten Zellen. In 95 Prozent der Fälle handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, möglich sind aber auch ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) oder ein Basaliom (weißer Hautkrebs). Der Krebs verbreitet sich im fortgeschrittenen Stadium bevorzugt über die Lymphgefäße, mit anschließender Bildung von Metastasen in Leisten- oder Beckenlymphknoten. Seltener ist die Verbreitung über den Blutweg. Dann können auch Metastasen in Lunge oder Skelett gebildet werden.

Die Ursache für die Entstehung des Karzinoms ist nicht vollständig geklärt. Es gibt aber Risikofaktoren, die nach Expertenmeinungen mit der Bildung des Krebses in Zusammenhang stehen. Dazu gehören Rauchen oder eine Infektion mit humanen Papillom-Viren (HPV). Außerdem wird mangelnde Hygiene als Ursache gesehen. Wenn der Vorhauttalg, das sogenannte Smegma, das sich zwischen Eichel und Vorhaut sammelt, nicht regelmäßig entfernt wird, trägt es zur Bildung des Karzinoms bei. Aus diesem Grund gilt auch eine verengte Vorhaut (Phimose) als Risikofaktor. Durch die Verengung haben Männer Schwierigkeiten die Eichel zu reinigen und Talg zu entfernen. Gestützt wird diese Vermutung darauf, dass Peniskarzinome bei beschnittenen Männern seltener vorkommen.

Die Erkennung von Frühsymptomen ist wie bei vielen Krebserkrankungen leider selten. Dazu zählen Hautveränderungen, Ausfluss, Blutungen sowie eine Verhärtung oder Schwellung der Eichel oder der Vorhaut. Auch wenn diese Symptome durch andere Krankheiten bedingt sein können, sollten sich Männer bei diesen Anzeichen von einem Urologen untersuchen lassen.

Ein Facharzt erkennt das Peniskarzinom meist schon bei der körperlichen Untersuchung. Zur Bestätigung wird auch eine Gewebeprobe genommen und untersucht. Wenn das Ergebnis positiv ausfällt, wird der Arzt nach Metastasen suchen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Ultraschall, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder auch Röntgen der Lunge und eine Skelettszintigraphie.

So wird das Peniskarzinom behandelt

Wird Peniskrebs früh erkennt, ist er gut behandelbar. In der Regel ist eine Operation der erfolgreichste Weg zur Heilung. Je nach Stadium reichen die Maßnahmen von der Entfernung der Vorhaut bis - im schlimmsten Fall - zu einer Penis-Amputation. Ist der Tumor inoperabel oder haben sich bereits Metastasen gebildet, helfen Chemo- oder Strahlentherapie, um die Beschwerden zu lindern.

Seit 2010 richtet sich die Tumorchirurgie eher nach organerhaltenden Operationen aus. In einigen Fällen kann eine Penisamputation verhindert werden und der Patient kann normal urinieren und sexuell aktiv sein. Wenn der Tumor noch nicht in umliegende Gewebeteile vorgedrungen ist, kann sogar eine Lasertherapie oder eine Bestrahlung als Behandlung in Frage kommen. Allerdings erfordern diese weniger aggressiven Maßnahmen eine intensivere Nachsorge über mindestens fünf Jahre. Laut EAU-Leitlinie muss die Kontrolle in den ersten beiden Jahren alle drei Monate und danach halbjährlich erfolgen, um einen Rückfall rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Werden bei der Kontrolle Metastasen in den Leistenlymphknoten entdeckt, werden diese operativ entfernt und danach mit einer Chemotherapie behandelt.

Die Heilungschancen stehen bei Früherkennung gut. Dazu ist es wichtig, dass Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung auf Penis- und Prostatakrebs gehen.

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