GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Antibiotikaresistenz bei Geschlechtskrankheiten: Gonorrhoe und Syphilis immer aggressiver

Antibiotikaresistenz bei Geschlechtskrankheiten
Geschlechtskrankheiten werden immer aggressiver

Antibiotika helfen oft nicht mehr

Die weltweit verbreiteten Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydiose sind nach UN-Angaben immer schwerer zu bekämpfen. Die Bakterien, die sie auslösen, seien in wachsendem Maße resistent gegenüber Antibiotika, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Hauptgrund sei, dass Medikamente oft fehlerhaft oder zu häufig angewandt werden.

Falsche oder häufige Medikamenteneinnahme führt zu Resistenzen

"Die Antibiotikaresistenz dieser sexuell übertragbaren Krankheiten hat rapide zugenommen, wodurch die Möglichkeiten der Behandlung geschrumpft sind", so die WHO. Die stärkste Resistenz hätten die Erreger der Gonorrhoe (Tripper) entwickelt, mit der sich weltweit jährlich 78 Millionen Menschen infizieren. "Es wurden Gonorrhoe-Stämme entdeckt, die auf keine der zur Verfügung stehenden Antibiotika mehr reagieren."

Nicht ganz so dramatisch verlaufe die Entwicklung von Resistenzen bei Chlamydiose und Syphilis - bei jährlich 131 Millionen sowie 5,6 Millionen Neuinfektionen. Unbehandelt können diese Krankheiten zu schweren Komplikationen - darunter chronische Entzündungen und Fehlgeburten - sowie zu Unfruchtbarkeit führen.

Die Zahl der Syphilis-Infektionen hat 2015 in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) registrierte 6.834 diagnostizierte Fälle. Das seien 19 Prozent mehr als im Vorjahr, heißt es im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch des Instituts. Es ist auch mit Abstand der höchste Wert seit 2001.

Bundesweit kamen im Jahr 2015 rund 8,5 Syphilis-Fälle auf 100.000 Einwohner. Die höchsten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner registrierten Ärzte in den Stadtstaaten Berlin (39) und Hamburg (21). Leicht höher als im Bundesdurchschnitt lagen die Zahlen auch in Bremen (8,8) und Sachsen (8,6). Bei den Syphilis-Ansteckungszahlen ist Deutschland aber keine Ausnahme. Die Situation sei in anderen westeuropäischen Staaten ähnlich, vor allem unter schwulen Männer, heißt es im RKI-Jahrbuch.

Anzeige