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Antibabypille gegen Akne: So gefährlich ist das Verhütungsmittel als Beauty-Kur

Lebensgefährlich Thrombosen als Nebenwirkung

Lisa braucht jeden Morgen 20 Minuten allein für ihr Make-up. Nicht, weil sie besonders eitel ist, sondern weil sie unter starker Akne leidet – und das mit 23. Die Hautprobleme hatte die Einzelhandelskauffrau bereits als Teenager. Und sie waren weg, als ihr die Ärztin mit 15 die Antibabypille verschrieb. Ohne medizinische Notwendigkeit und ohne, dass sie damit verhüten will. Nur, damit ihre Pickel endlich verschwinden. Doch für die schöne Haut zahlt Lisa einen hohen Preis.

Das junge Mädchen leidet unter ständiger Müdigkeit und Kopfschmerzen. Für ihr Äußeres nimmt sie die Einschränkungen in Kauf, sechs Jahre lang. Bis die Beschwerden plötzlich schlimmer werden. Erst dauernd Krämpfe in den Waden, dann schwillt ihr Bein auch noch stark an. In der Notaufnahme konnte eine tiefe Thrombose gerade noch gestoppt werden. Lisa hat Glück gehabt.

Dabei ist es längst erwiesen, dass die Pille ein erhöhtes Risiko für Thrombosen hervorruft. 7 Millionen Frauen in Deutschland nehmen täglich die Pille. 5 bis 10 Prozent der Mädchen ab 12 Jahren, bei den 18 bis 20 jährigen sind es 80 Prozent. Laut einer Studie führt der Gestagen-Wirkstoff der zweiten Pillengeneration bei etwa 20 von 100.000 Frauen pro Jahr zu einer Embolie in den Venen. Bei Pillen der dritten oder vierten Generation trifft es laut Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte vermutlich 30 bis 40 von 100.000 Frauen. Einige Fälle von Thrombosen mit Lungenembolie endeten sogar tödlich.

Und doch verschreiben Ärzte jungen Mädchen die Pille oft aus kosmetischen Gründen. Wir testen, ob es für Teenager wirklich so einfach ist, die Pille zu bekommen.

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