Anti-Kriegsvideo von 'Save the Children': Das Grauen nicht vergessen

Wie aus einer Bilderbuchkindheit eine Kindheit im Krieg wird

Von jetzt auf gleich ist alles anders: Ein bewegendes Video der britischen Kinderrechtsorganisation 'Save the Children' zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise, wie aus einem unbeschwerten Kinderleben grauenhafte Kriegsrealität wird. Damit soll auf das Schicksal der Kinder im syrischen Bürgerkrieg aufmerksam gemacht werden.

Das Video haben sich innerhalb weniger Tage schon fast 27 Millionen Menschen angeschaut. Es zeigt Lilly in ihrem Alltag. Die Neunjährige hat eine Bilderbuchkindheit, wie sie für die meisten von uns vollkommen normal ist: An ihrem Geburtstag bekommt sie eine Torte mit Kerzen, sie stibitzt den Lippenstift ihrer Mutter, spielt mit ihren Freunden.

Doch dann ändert sich ihr Leben Schlag auf Schlag. In den Nachrichten mehren sich Meldungen über Anschläge, die Nachbarn ziehen aus, Bomben fallen: Es herrscht Krieg. Von ihrem idyllischen Leben ist nichts mehr übrig geblieben, Angst, Gewalt, und Krankheit bestimmen nun ihr Leben.

Die bewegenden Bilder sollen an das Schicksal von Kindern im Krieg erinnern

"Es ist eine starke Botschaft, die uns alle daran erinnern soll, wie glücklich wir sein können, dass es uns so gut geht. Zusammen können wir etwas unternehmen, um das Leben der Kinder zu ändern, denen es nicht so gut geht", sagt Jack Lundie, der Macher des Videos, im Interview mit RTL.

"Es wäre schade, wenn die Kinder in einer Art Blase oder einem Kokon aufwachsen und denken, dass es überall auf der Welt so ist wie hier. Zugleich ist es natürlich wichtig, achtsam und sensibel zu sein und die Kinder nicht mit dem ganzen Übel der Welt zu konfrontieren, weil sie sonst vielleicht Angststörungen entwickeln und so verunsichert sind, dass es ihre Entwicklung einschränkt", erklärt die Psychologin Dr. Aline Indrani Wilms.

Ein Jahr später hat Lilly hat wieder Geburtstag. Doch diesmal ist sie traumatisiert, die Familie hat kaum etwas zu essen. Am Ende des Videos erscheint die Botschaft: "Nur weil es nicht hier passiert, heißt es nicht, dass es gar nicht passiert". Mit anderen Worten: Auch wenn das Grauen weit entfernt ist, dürfen wir es nicht vergessen.

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