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Anti-Diät-Tag: Zwischen Magerwahn und Übergewicht

Anti-Diät-Tag: Zwischen Magerwahn und Übergewicht
Am 6. Mai ist Anti-Diät-Tag © picture alliance / Bildagentur-o

Die Europäer werden immer dicker

Der 6. Mai ist der internationale Anti-Diät-Tag. Er wurde 1992 ins Leben gerufen, um daran zu erinnern, dass Diäten nichts bringen – und dass Schlankheitswahn lebensgefährlich werden kann, Stichwort: Magersucht. Man sollte diesen Tagen angemessen feiern und einmal so richtig zuschlagen. Es könnte helfen, den ganzen Ernährungs-Irrsinn besser zu ertragen.

Von Christiane Mitatselis

Der Menüvorschlag zum Anti-Diät-Tag: Zum Frühstück möglichst dick geschnittenes Weißbrot, ordentlich mit Butter und Nutella bestrichen. Und zwar so viel man schafft. Den Kaffee kann man, wenn man es mag, gern mit Sprühsahne garnieren und sich schon aufs Mittagessen freuen: eine Pizza, Belag egal, Hauptsache viel Käse. Ein kleines Tiramisu zum Nachtisch, warum nicht? Wer es schafft, zieht sich am Nachmittag ein Stück Kuchen zum Kaffee rein und verleibt sich abends eine ordentliche Portion Nudeln ein. Mit Sahnesauce.

Dieses Menü erhebt nicht den Anspruch, gesund zu sein. Und vielleicht sollte man es auch nicht ganz so übertreiben, da Übelkeit droht. Eine Tafel Schokolade zwischendurch kann man sich am Anti-Diät-Tag aber schon gönnen, denn Schokolade macht glücklich. Und hilft vielleicht, den ganzen Irrsinn besser zu ertragen. Einerseits werden besonders Frauen immer noch mit einem unrealistischen Schlankheitsideal terrorisiert, das sie im schlimmsten Fall krank und magersüchtig werden lässt. Andererseits wird die europäische Bevölkerung immer fetter.

Essens-Liebhaber müssen Sport treiben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt laut einer Studie vor einer „Übergewichtskrise enormer Ausmaße“. In Deutschland können im Jahr 2030 demnach ungefähr die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer zu dick sein – jeder vierte Mann und jede fünfte Frau mit Tendenz zur Fettleibigkeit. Die Regierungen müssten Marketing für ungesundes Essen begrenzen und gesundes Essen billiger machen, fordert die WHO deshalb.

Man kann festhalten: Das Verhältnis zum Essen ist im reichen Europa grundsätzlich gestört. Die einen werden krank, weil sie zu wenig essen, die anderen, weil sie es übertreiben und außerdem das Falsche essen. Und überall lauern Ernährungsberater, die einem erklären, wie es richtig geht.

Dabei verliert man leicht die Sicht aufs Wesentliche, denn es ist im Grunde doch simpel: Man sollte nicht mehr Essen als man verbraucht. Und wer gern viel isst, darf nicht träge, sondern muss mehr Energie verbrennen. Sich also möglichst viel bewegen, sprich: Sport treiben, das Auto stehen lassen, zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad fahren und so weiter. Das ist manchmal anstrengend, aber es hilft und lohnt sich. Wer immer in Bewegung ist, kann sich auch außerhalb des Anti-Diät-Tages Nutella-Brote zum Frühstück erlauben.

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