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Anorganisches Arsen: Warum Kleinkinder nicht zu viele Reisprodukte essen sollten

Anorganisches Arsen in Reisprodukten
Reiswaffeln und andere Snacks aus Reis enthalten anorganisches Arsen. © dpa, Patrick Pleul

Reis und Reisprodukte wie Reiswaffeln, Reisbrei & Co. enthalten giftiges Arsen

Neben Nudeln gehört Reis zu den Grundnahrungsmitteln, die Kinder gerne essen. Das freut besonders Eltern von Kleinkindern - ist Reis doch ein Lebensmittel, das sich gut in der Kinderernährung unterbringen lässt. Allerdings enthält das vermeintlich gesunde Korn giftiges anorganisches Arsen und kann Säuglingen und Kleinkindern gesundheitlich schaden, wenn sie zu oft davon essen. Beliebte Reisprodukten wie Reiswaffeln, Reisflocken und Reismilch haben einen besonders hohen Arsengehalt.

Gelangt anorganisches Arsen in größeren Mengen in den kleinkindlichen Organismus, könne es eine krebserregende Wirkung haben und die Entwicklung beeinträchtigen. Davor warnt die Verbraucherzentrale Bayern. Bei Erwachsenen und älteren Kindern wirke sich der Gehalt an Arsen im Reis hingegen geringer aus. Seit Januar 2016 gelten jedoch neue Grenzwerte für den erlaubten Arsengehalt in Nahrungsmittel.

Diese sollen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sicherstellen, "dass die Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen in Lebensmitteln auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden". Die Werte orientieren sich hierbei an dem sogenannten 'ALARA-Prinzip' des Strahlenschutzes als Teil des europäischen Sichherheitsstandards.

Arsen ist ein Halbmetall, das über das Erdreich in pflanzliche Nahrungsmittel gelangt. Durch die Wurzeln der Reispflanze wird Arsen bis in ihre Früchte, die Reiskörner, transportiert. Die Reispflanze nimmt den Giftstoff dabei stärker auf als andere Pflanzen. Untersuchungen des BfR ergaben, dass in Reisprodukten wie Reiswaffeln und Reisbrei besonders viel anorganisches Arsen enthalten ist. Die Werte sind sogar höher als bei unverarbeiteten Reiskörnern. Warum das so ist, konnte bislang nicht geklärt werden.

Wie das BfR mitteilt, können anorganische Verbindungen nicht nur eine krebsauslösende Wirkung haben, sondern auch zu „Hautveränderungen, Gefäß- und Nervenschädigungen führen, entwicklungstoxisch wirken sowie Herzkreislauferkrankungen fördern“. Die Experten raten daher, Reisprodukte nur in Maßen zu verzehren. Insbesondere bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sollen Reis und Reisprodukte häufiger durch andere Getreidearten ersetzt werden.

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