Angela Merkel im privaten Interview: Bei Männern achtet sie auf "schöne Augen"

Merkel kann auch witzig sein – es bleibt aber professionell kontrolliert

In der Rolle der Bundeskanzlerin wirkt sie eher ernst, doch Angela Merkel kann auch anders. Das bewies sie jetzt im Interview mit der Frauenzeitschrift 'Brigitte', in dem sie sich 90 Minuten lang ausführlich ausfragen ließ. Nicht über Steuern, nicht über die Euro-Krise oder die Arbeitslosigkeit, sondern über ihren Mann, über Schuhe und über das Kochen. Merkel mal anders.

Angela Merkel im privaten Interview: Bei Männern achtet sie auf "schöne Augen"
Angela Merkel hat der Frauen-Zeitschrift 'Brigitte' einen 90-minütigen Blick in ihr Privatleben gewährt. © dpa, Wolfgang Kumm

Es ist für viele schwer vorstellbar, wie die seit 2005 regierende Theologen-Tochter wohl privat ist. Auf der Veranstaltung in Berlin, die Merkel natürlich als Wahlkampfbühne nutzte, ließ die 58-Jährige einen Blick in ihr Privatleben zu.

Bei Merkel geht es den meisten so wie mit dem FC Bayern. Entweder man ist Fan oder man kann sie gar nicht ausstehen. Wohl auch deshalb hat Merkel den Weg zur 'Brigitte' gesucht und gefunden.

Jedem Zuhörer, jeder Zuhörerin soll klar werden, dass in der Kanzlerin eine ganz normale Frau steckt - und eine lustige dazu, die im Stile eines Comedians das Publikum bereits nach drei Minuten mit lockeren Sprüchen auf ihre Seite zieht. Es geht um den Glauben, die Selbstzweifel, das vorsichtige Abwägen, aber auch die Wahrnehmung von Männern.

Über ihren Mann sagt sie, manchmal sage er auch von selbst etwas und holt sich so die Lacher auf ihre Seite. Merkel und die Männer – gibt es da auch etwas abseits von Macht und Politik? Als sie gefragt wird, was ihr an Männern gefällt, stutzt sie eine Weile, sagt dann: "Schöne Augen." Es wird klar, dass die Grenze der Privatsphäre hier erreicht ist.

Merkel hat "gewisse kamelartige Eigenschaften"

Die Grenze ihrer Kanzlerschaft ist zum Beispiel am Kochtopf erreicht. "Wenn ich da im Kochtopf rühre, sage ich ja nicht, die Kanzlerin rührt jetzt im Kochtopf."

Merkel glaubt, dass man sie manchmal vor Unterhaltungen über Politik verschonen wolle. "Kaum bin ich um die Ecke, fangen die Leute aber an, über Politik zu reden. Kaum komme ich wieder um die Ecke - Pscht - fangen sie an, über Schuhmode zu reden", amüsiert sie sich.

Ansonsten betonte sie, dass sie das Glück habe, mit vier, fünf Stunden Schlaf auskommen zu können. Sie habe da "gewisse kamelartige Eigenschaften" und könne Schlaf nachtanken. Deshalb machten ihr die Nachtschichten auch nichts aus. Vergleiche mit der Iron-Lady Margaret Thatcher lässt sie nur ungerne zu, außer dass sie sich für genauso fleißig hält wie die kürzlich gestorbene britische Premierministerin.

Aber was locker wirkt, bleibt bei Merkel am Ende doch professionell kontrolliert. Als etwa die Frage nach Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und deren politische Ambitionen kommt, blockt Merkel freundlich, aber entschieden ab. Die Kanzlerschaft traue sie vielen zu, es werde sich immer jemand finden, der das Amt besetze, scherzt sie sich ins Allgemeine.

Und als sie nach ihren Plänen nach dem Ende der Kanzlerschaft gefragt wird, wird sie freundlich einsilbig. Darüber denke sie gar nicht nach. Wenn es soweit sei, "komme ich dann nochmal wieder", fügt sie hinzu und gibt der 'Brigitte'-Chefredakteurin am Ende gut gelaunt den Rat, die Zeitschrift könne doch auch mal was über Dirigentinnen oder Komponistinnen schreiben. Da sei es mit der Frauenquote auch nicht so gut bestellt.

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