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Anenzephalie: Mutter bringt todkrankes Baby auf die Welt, um die Organe zu spenden

Anenzephalie: Mutter bringt todkrankes Baby auf die Welt, um die Organe zu spenden
Elisha McGills ungeborenes Baby hat Anenzephalie. Doch statt es abzutreiben, will sie es auf die Welt bringen und die Organe spenden. © (c) Elisha McGill/Facebook

"Mein Baby wird sterben, aber es wird in anderen Babys weiterleben"

Wie weit kann die Liebe einer Mutter gehen? Obwohl Elisha McGill weiß, dass ihr ungeborenes Baby vielleicht nur wenige Minuten zu leben hat, möchte sie es zur Welt bringen. Um ihm die Liebe zu geben, die jedes Lebewesen verdient. Und um seine Organe an andere kranke Kinder zu spenden.

Im vierten Monat erhielten Elisha McGill und ihrem Mann Dermot nach einer Schwangerschaftsuntersuchung eine schreckliche Diagnose: Ihr Baby würde nach der Geburt vermutlich nur wenige Minuten leben, so die Ärzte. Denn ihr ungeborenes Baby leidet unter Anenzephalie. Bei dieser sehr seltenen und äußerst schwerwiegenden Fehlbildung schließt sich die Schädeldecke nicht und große Teile des Gehirns fehlen. Die Lebenserwartung der Babys nach der Geburt beträgt lediglich einige Tage. Viele Eltern entschließen sich in so einem Fall für einen Schwangerschaftsabbruch und auch dem Paar aus Aghadowey in Nordirland raten die Ärzte zu diesem Schritt. Doch Elisha beschließt, das Kind zur Welt bringen. Sobald es stirbt, will sie die lebenswichtigen Organe ihres Kindes an Babys spenden, die diese zum Überleben brauchen. "Wir wünschen uns, dass wir unser Baby so lange liebkosen und streicheln können, bis es auf natürliche Weise stirbt. Und hoffentlich können Teile von ihm in anderen Babys weiterleben", so Elisha gegenüber dem irischen 'Independent'.

Eine mutige und sehr beeindruckende Entscheidung, die Elisha McGill zusammen mit ihrem Mann traf. "Wir hoffen das Beste. Unser Ziel ist es, gut auf das Baby aufzupassen und es bis zur 36. Woche zu schaffen". Anschließend soll das Baby per Kaiserschnitt geboren werden.

Das Paar aus Aghadowey hat bereits zwei Kinder: Bobby und Ollie, 22 und 9 Monate. "Egal, wie lange das Kind leben wird", so Elisha "wir geben ihm alle unsere Liebe, die wir haben."

Um das Bewusstsein der Menschen für diese Form der Fehlbildung zu schärfen, beschlossen die McGills, ihren täglichen Kampf mit all denen, die daran interessiert sind, zu teilen. Auf der Facebook-Seite "Anencephaly Follow Our Journey From Start Lets Get More Support Out There" posten sie regelmäßig Informationen und Updates zu Elishas Schwangerschaft. Die Seite hat bisher rund 2.500 Fans. Außerdem gründeten sie die Selbshilfegruppe JustGiving, mit Hilfe derer sie das Bewusstsein für die Krankheit Spina bifida schärfen wollen.

Inzwischen ist Elisha in der 19. Woche und fühlt bereits erste Tritte des Babys im Bauch. "Es ist alles sehr emotional für uns. Wir sind so stolz, dass unser Baby kämpft", so die 30-Jährige. "Aber wir wissen gleichzeitig, dass mit dem 'Hallo' in 18 Wochen auch der Abschied nicht mehr weit ist."

Aber Elisha und ihre Familie kämpfen weiter, zusammen mit dem kleinen ungeborenen Baby. Das, obwohl es keine Chance haben wird, selbst zu leben, anderen Babys das Leben retten wird. Und so in diesen ein bisschen weiterleben wird.

"Ich habe um einen Kaiserschnitt gebeten", so Elisha, "um die Möglichkeit zu haben, mein Baby jede Sekunde in den Armen zu halten, die es lebt. Egal, ob es Sekunden, Minuten oder Stunden sind."

Wir wünschen der Familie viel Kraft und hoffen, dass sie dem kleinen Baby die Liebe geben können, die jedes Baby verdient.

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