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Anenzephalie: Baby feiert ersten Geburtstag - obwohl es eigentlich tot sein müsste

Angela und Elizabeth Morales
Die große Schwester Elizabeth ist stolz auf ihr Geschwisterchen. © Familie Morales/privat

Für Sonia und Rony Morales aus Providence im US-Bundesstaat Rhode Island ging ein großer Wunsch in Erfüllung, als sie feststellten, dass sie ihr zweites Kind erwarten. Das Paar wollte schon lange ein Geschwisterchen für die vierjährige Elizabeth. Doch bei einer Ultraschalluntersuchung erhielten sie die Horrornachricht: Ihre Tochter habe eine schwere Fehlbildung und werde wahrscheinlich bereits im Bauch der Mutter oder kurz nach der Geburt sterben. Wie durch ein Wunder hat Angela nicht nur ihre Geburt erlebt. Sie feierte jetzt sie ihren ersten Geburtstag.

Bei Angela wurde noch im Mutterleib Anenzephalie diagnostiziert. Bei Kindern mit dieser Fehlbildung hat sich die Schädeldecke nicht geschlossen und in unterschiedlichem Umfang fehlen Teile des Gehirns und des Schädels. "Es war der traurigste und schlimmste Tag unseres Lebens", erinnert sich Mutter Sonia im 'People Magazine' an den Tag, an dem sie die Diagnose erhalten haben. "Aber ich habe meinen Ehemann angeschaut und wir haben entschieden, dass wir sie auf jeden Fall behalten werden."

"Die Ärzte haben mir gesagt, dass die meisten Frauen sich in so einem Fall für eine Abtreibung entscheiden, aber ich wollte Angela eine Chance geben zu leben", erklärt Sonia. Während der Schwangerschaft machte das Paar Ausflüge in Parks und an den Strand. Die Familie wollte, dass Angela am Familienleben teilnehmen kann. "Ich habe Elizabeth erzählt, dass ihre Baby-Schwester krank ist und nach ihrer Geburt in den Himmel kommen wird."

Am 23. März 2014 kam Angela dann mit rund 2.800 Gramm zur Welt. Die Eltern waren darauf vorbereitet, sich von ihrer Tochter zu verabschieden. Sie sangen ein Lied für sie, dass sie für sie geschrieben hatten, ein Priester und dutzende Familienangehörige waren auch im Krankenhaus. Und Angela lebte. Eine Woche später brachte die Familie Angela nach Hause. Und seit ihrer Geburt haben sie ein tägliches Ritual eingeführt: Sie beenden jeden Tag mit einem Geburtstagslied, einem Geburtstagskuchen und einem Gebet. "Jeder Tag ist ein wahres Geschenk. Sie weiß, wie sehr sie geliebt wird", beschreibt Sonia.

Auch wenn Angela kleine Fortschritte macht - sie kann ihr Köpfchen etwas heben und erkennt die Stimmen ihrer Familie - wissen Sonia und Rony Morales nicht, ob ihre Tochter auch ihren zweiten Geburtstag erleben wird. "Angela hat uns zu besseren Menschen gemacht. Sie bringt uns bei, mitfühlender und liebevoller zu sein", erklärt Sonia. "Ich sehe das Leben nun anders. Ich sehe jetzt nur noch Liebe. Ich bin eine glückliche Mutter."

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