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AMNOG: Diese Folgen hat das Arzneimittel-Gesetz

AMNOG: Medikamenten-Neuregelung
© dpa, Arno Burgi

Das sind die Neuerungen seit dem 1. Januar

Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hat für Verbraucher und Patienten weitreichende Konsequenzen. Es gibt viele offene Fragen, die zu klären, teilweise sehr kompliziert ist. Wichtigste Folge: Patienten bekommen unter Umständen nicht mehr das gewohnte Medikament, sondern ein anderes, billigeres.

Einige der meist gestellten Fragen finden Sie hier erklärt und beantwortet:

Was ist mit den Medikamenten, die ich gewohnt bin?

Es ist leider so, dass Ihnen die Ihnen bekannten und vertrauten Medikamente nicht unbedingt weiterhin zustehen. Wenn Ihre Krankenkasse für das neue Medikament einen günstigeren Rabatt aushandeln konnte, erhalten Sie das günstigere Präparat. Allerdings muss es laut AMNOG den gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosierung enthalten. Die Dareichungsform kann variieren, sollte aber ähnlich sein.

Wenn Sie nun aber darauf bestehen, das alte Medikament weiter zu nehmen, kann es teuer werden. Denn die sogenannte Mehrkostenregelung schreibt vor, dass die Differenz zwischen dem gewünschten und dem günstigeren Präparat vom Patienten gezahlt werden muss.

Ausnahme: Wenn Sie das neue Medikament wirklich nicht vertragen, kann der Arzt die Rabattregelung außer Kraft setzen. Dann kreuzt er auf dem Rezept das Kästchen "aut idem", lateinisch für "oder das Gleiche", an. Besprechen Sie das in jedem Fall mit ihrem Arzt, denn wenn er das Kästchen nicht durchstreicht, erhalten Sie automatisch das billigere Medikament.

Medikamente: Hauptsache preiswert

Besonders wichtig: Wie läuft die Bezahlung, wenn Sie das alte Medikament wünschen?

Jetzt wird es happig. Sie müssen dann in Vorkasse treten. Der Patient muss in der Apotheke den vollen Preis für das Medikament zahlen. Dann reicht er die Rechnung bei der Kasse ein. Diese errechnet dann, wie viel Geld sie an den Patienten überweist.

Thema Packungsgröße:

Bislang musste die Packungsgröße identisch sein, um einen Austausch zuzulassen. Künftig reicht es aus, wenn das Packungsgrößenkennzeichen (N1, N2, N3) gleich ist - unabhängig von der tatsächlichen Anzahl der Tabletten oder Kapseln. N3-Packungen sind z.B. gegen andere N3-Packungen austauschbar. Es kann sein, dass ein Patient statt einer N3-Packung mit 100 Stück künftig eine N3-Packung mit 95 Stück erhält.

Prinzipiell gilt: Die Krankenkassen können Ihnen eher helfen als die Apotheker. Denn die können die Mehrkosten oft nicht einschätzen, da ja die Kassen die Verträge aushandeln.

Viele Apotheker sind sauer, da die Patienten nicht vernünftig über die Folgen aufgeklärt werden und dadurch die Beratungszeiten in den Apotheken extrem verlängert wurden.

Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA, Heinz-Günter Wolf, befürchtet massive finanzielle Einschnitte durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz. Er spricht sogar von einem “Raubbau an den Apotheken und Ihren Mitarbeitern".

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