LIEBE LIEBE

Am Valentinstag schenken - aber bitte nur etwas Persönliches!

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Birgit Ehrenberg gibt Tipps in Sachen Liebe

Geschenke sind wichtig, aber bitte seien Sie kreativ!

Na gut, ich bin soweit, ich bin weich geklopft, ich schließe mich der Mehrheit der Menschheit an und verkünde: Ich finde den Valentinstag super! Hallo Valentinstag! Viele Jahre bin ich eisern geblieben und habe der Versuchung widerstanden, den Valentinstag freudig zu begrüßen. Ich habe diesen Tag ignoriert oder vor diesem Tag gewarnt.

Es war nicht schwierig für mich, den Valentinstag doof zu finden, er ist schließlich ein total künstlicher Tag, ein ausgedachter Tag, ein Tag, der geschaffen wurde, damit man im Namen der Liebe konsumiert. Das stößt mich ab, denn die Liebe, die richtige Liebe, die steht nicht auf Künstliches und auf Konsum. Der Valentinstag ist ein Riesengeschäft, es werden eigens für diesen Tag massenhaft Dinge produziert, die man kaufen soll und muss, wenn man doll liebt – so wird einem suggeriert. Wer nicht kauft, liebt nicht, das ist die fiese Botschaft.

Natürlich beschenken Liebende sich gern, ganz ohne Frage, das ist quasi ein Befehl des Herzens. Liebende lieben es, sich zu beschenken, einfach so und erst recht zu bestimmten Anlässen, zum Beispiel Weihnachten, Ostern, an ihrem Jahrestag. Insofern ist ein weiterer offizieller Schenk-Tag wirklich überflüssig.

Aber sei es drum, ich will und kann nicht päpstlicher sein als der Papst. Wenn sich dieser Valentinstag derart eingebürgert hat, und das hat er, dann kriegen die Leute, die ihn nicht mitmachen, Probleme. Das ist wie, wenn alle Weihnachten feiern, und man selbst guckt in die Röhre.

Ich kriege immer wieder zu hören, was der oder die geschenkt bekommen hat am Valentinstag. Frauen und Männer gehen ja regelrecht hausieren mit dem, was sie bekommen haben – und wer nichts bekommen hat, der ist richtig traurig. Bei mir haben sich schon viele bitterlich beklagt, die ohne Geschenk geblieben sind. Da helfen auch meine Schimpfkanonaden auf den Valentinstag nicht. Jene, die mit leerem Händen dastehen, denken: Keiner hat mich lieb.

Ich will die Liebe leicht machen, ich will nicht, dass jemand weinend in sein Kissen sinkt am Abend des 14. Februar, weil er nicht beschenkt wurde, und die Kollegin und die Nachbarin und die Freundin können aus dem Geschenkeberg gar nicht mehr rausgucken. Also: Schenkt, Leute, schenkt!

Aber tut mir bitte einen Gefallen: Kauft nicht diese ganzen Fertiggeschenke mit den vielen Herzen, diese Pralinenpackungen und Unterhosen und Handtücher in Herzform oder übersät mit Herzen.

Schenkt etwas, das mit Eurer ganz persönlichen Liebe zu tun hat, schreibt einen Liebesbrief, kocht Eurem Partner sein Lieblingsgericht, tanzt für ihn auf dem Tisch.

Auf diese Weise hat die Sache – hat der Valentinstag – Stil, damit habt Ihr diesem Tag Euren Stempel aufgedrückt, der einzigartig ist, wie der Mensch an Eurer Seite. Das ist im Sinne der Liebe. Und damit auch in meinem.

Ich wünsche Euch einen liebevollen Valentinstag! Eure Birgit

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