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Alzheimer-Symptome: Das sind die typischen Anzeichen

Alzheimer Symptome: An vielen Symptomen kann man Alzheimer erkennen.
Im Anfangsstadium vergessen Alzheimer-Patienten Telefonnummern, verlegen immer häufiger den Schlüssel oder haben Orientierungsprobleme. © dpa, A3724 Felix Heyder

Anzeichen und Symptome für Alzheimer

Die Schlüssel liegengelassen, das Portemonnaie verlegt - jeder von uns vergisst mal etwas. Dass mit zunehmendem Alter die allgemeine Leistungsfähigkeit ebenso wie die Gedächtnisleistung abnimmt, ist ein ganz normaler Prozess und keine Krankheit. Bei einer Erinnerungslücke muss niemand in Panik geraten. Aber wo ist die Grenze zwischen Schusseligkeit und Alzheimer?

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Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen für die Entstehung von Alzheimer noch nicht geklärt. Fest steht aber, dass Alzheimer-Patienten eine Reihe typischer Veränderungen im Gehirngewebe aufweisen, die bereits von Alois Alzheimer entdeckt wurden, als er das Gehirn von Auguste Deter nach ihrem Tod untersuchte.

Einfach ausgedrückt, kommt es bei der Erkrankung zu Eiweißablagerungen im Gehirn, den sogenannten Plaques, in deren unmittelbarer Umgebung die Nervenzellen absterben. Sie degenerieren, das Gehirn schrumpft und kann bis zu 20 Prozent seiner Masse einbüßen.

Grundsätzlich gilt: Alzheimer ist ein schleichender Prozess und gerade die ersten Symptome fallen im Alltag oft nicht auf, weil die Betroffenen sie häufig überspielen. Hinzu kommt, dass eine Alzheimer-Demenz nicht bei allen Betroffenen nach dem gleichen Schema verläuft. In den ersten Krankheitsphasen können sich die Symptome von Fall zu Fall unterscheiden. Lebensverhältnisse, Bildungsstand, die körperliche Verfassung und auch die Persönlichkeit beeinflussen das Erscheinungsbild. Dennoch gibt es Warnzeichen für die Krankheit, die von der amerikanischen Alzheimer-Gesellschaft in einer Checkliste zusammengefasst worden sind.

Checkliste: Anzeichen und Symptome für Alzheimer

1. Vergesslichkeit: Jeder vergisst früher oder später etwas. In der Regel erinnert man sich allerdings, sobald man auf die Sache angesprochen wird. Nicht so bei Alzheimer-Patienten. Sie vergessen nicht nur häufig etwas, auch die Erinnerung an das Ereignis verschwindet einfach. So kann es durchaus sein, dass sie eine Person, mit der sie sich am Vortag ausgiebig unterhalten haben, am nächsten Tag nicht mehr erkennen.

2. Schwierigkeiten mit gewohnten Handlungen: Dieses Anzeichen könnte zunächst auch für Zerstreutheit gehalten werden, ist aber wesentlich stärker ausgeprägt. So kann es passieren, dass ein Mensch mit Alzheimer kocht, aber hinterher das Essen vergisst. Kommt er später erneut in die Küche, wundert er sich, wer die Mahlzeit zubereitet hat.

3. Sprachschwierigkeiten: Schwierigkeiten ab und zu die richtigen Worte zu finden, sind völlig normal. Menschen mit Alzheimer fallen aber häufig einfache Worte nicht mehr ein, stattdessen verwenden sie Füllworte oder beschreiben den Gegenstand. So sagen sie zum Beispiel "Das Ding für die Augen" statt Brille. Auch kann es vorkommen, dass sie auf Fragen antworten, indem sie die gestellte Frage einfach wiederholen - die Antwort aber bleiben die Betroffenen schuldig.

4. Verlust der Orientierung: Jeder Mensch kann schon mal den Wochentag vergessen oder sich in fremder Umgebung verlaufen. Alzheimer-Patienten dagegen können sich in der eigenen Nachbarschaft verlaufen.

5. Verlust des Zeitgefühls: Es kann auch passieren, dass die Menschen die Tageszeiten durcheinander bringen. So denken Sie, es sei Vormittag, obwohl bereits Abend ist. Auch Wochentage oder das Datum werden oft schlichtweg vergessen.

6. Situationen werden falsch beurteilt: Alzheimerkranke können im Hochsommer mit Winterkleidung vor die Tür treten oder zwei unterschiedliche Schuhe tragen, ohne es zu bemerken. Auch kann es durchaus vorkommen, dass sie mehrere Schichten Kleidung übereinander tragen. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass sie Aufgaben, mit denen sie betraut worden sind, einfach vergessen.

7. Probleme mit dem abstrakten Denken: Menschen mit Alzheimer können das Gefühl für Geld verlieren und Unsummen für unnötige Dinge ausgeben. Außerdem können Sie Schwierigkeiten haben, Zahlen richtig aufzuschreiben oder beim Blick ins Telefonbuch die Telefonnummern nicht zuordnen.

8. Gegenstände werden verlegt: Betroffene können ihre Wohnung auf den Kopf stellen, indem sie Gegenstände an völlig ungeeignete Orte legen. Es kann durchaus vorkommen, dass sich eine Fernsehzeitung im Eisfach oder dreckiges Geschirr im Kleiderschrank wiederfindet. Alzheimer-Patienten wissen allerdings hinterher nichts mehr davon und verdächtigen sogar andere Personen, den vermissten Gegenstand gestohlen zu haben. Oberflächlich betrachtet schaffen sie es auch, die Fassade aufrecht zu erhalten und die Unordnung zu verstecken. Überprüfen Sie deshalb Schubladen und Schränke.

9. Sozialer Rückzug: Alzheimer kann aus vormals geselligen Menschen zurückgezogene Einzelgänger machen. Ungewohnte Situationen verursachen bei den Betroffenen Personen Unbehagen, weshalb sie lieber zu Hause bleiben, als etwas zu unternehmen. Demenzkranke verlieren meist auch das Interesse an Hobbys, ohne dabei Freude an neuen Aufgaben zu finden.

10. Persönlichkeitsänderungen: Unsere Erfahrungen prägen uns, deshalb ist es ganz normal, dass sich mit zunehmendem Alter auch die Persönlichkeit verändert. Bei Alzheimer-Patienten ist dieser Prozess jedoch gravierend. Betroffene werden plötzlich ohne Grund aggressiv, ängstlich oder distanzlos und können einer Situation gänzlich unangemessen reagieren. Aber: Alte Menschen haben häufig ihre Routinen entwickelt und es ist völlig normal, dass sie irritiert sind, wenn diese gestört werden.

Auch wenn die Symptom-Liste helfen kann, Auffälligkeiten zu erkennen und zu prüfen, ob diese zu einer Alzheimer-Erkrankung passen, sollte sie nur zu einer ersten Orientierung dienen. Selbst wenn Sie bei einem Angehörigen oder sich selbst mehrere der Symptome beobachten, können diese auch eine andere Ursache als Alzheimer haben. Ein Besuch beim Arzt bringt Klarheit.