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Alzheimer-Risikofaktoren: Ursachen von Alzheimer erkennen und Alzheimer vorbeugen

SO senken Sie Ihr Alzheimer-Risiko
SO senken Sie Ihr Alzheimer-Risiko Demenzgefahr lässt sich mindern 00:02:42
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Den Ursachen von Alzheimer auf der Spur

Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen für die Entstehung von Alzheimer noch nicht geklärt. Fest steht aber, dass Alzheimer-Patienten eine Reihe typischer Änderungen im Gehirngewebe aufweisen, die bereits von Alois Alzheimer entdeckt wurden, als er das Gehirn von Auguste Deter nach ihrem Tod untersuchte. Einer aktuellen Querschnittsuntersuchung von Teilnehmern der 'Mayo Clinic Study of Aging' zufolge könnte eine zuckerreiche Ernährung mit der Entstehung von Alzheimer zusammenhängen. Eine ähnliche Beziehung stellten tschechische Neurologen um Dr. Sarah Staubo bei erhöhtem Konsum von Fett und gesättigten Fettsäuren fest.

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Bei Alzheimer kommt es - einfach ausgedrückt - zu Eiweißablagerungen im Gehirn, den so genannten Plaques, in deren unmittelbarer Umgebung die Nervenzellen absterben. Sie degenerieren, das Gehirn schrumpft und kann bis zu 20 Prozent seiner Masse einbüßen.

Besonders betroffen von den Ablagerungen ist ein spezieller Bereich, der sogenannte Meynert-Kern. In seinen Nervenzellen wird der wichtige Botenstoff Acetylcholin produziert, der für die Übertragung von Informationen von einer Nervenzelle zur anderen zuständig ist. Weil durch die Ablagerungen immer mehr Nervenzellen degenerieren, wird das Acetylcholin knapp - die Informationsweiterleitung ist gestört.

Diese Faktoren erhöhen das Risiko von Alzheimer

Zwar herrscht noch keine Klarheit darüber, was genau als Ursache für Alzheimer gilt, dennoch steht fest, dass eine Reihe von Faktoren die Entstehung der Krankheit fördert. Als Risikofaktoren gelten Rauchen und Alkoholmissbrauch. Auch Menschen mit Diabetes, Übergewicht, hohem Cholesterinspiegel und erhöhtem Blutdruck haben ein größeres Risiko, ebenso Frauen mit einem niedrigen Östrogenspiegel. Alzheimer kann auch vererbt werden, dies betrifft aber nicht mehr als fünf Prozent der Erkrankungen. Auch Menschen, die an einer Depression gelitten haben, sind laut einer Studie bis zu vier Mal stärker gefährdet, wenn diese vor dem 60. Lebensjahr aufgetreten sind.

Das bei weitem größte Risiko birgt allerdings das immer weiter ansteigende Lebensalter. Denn je älter ein Mensch wird, desto größer ist auch sein Erkrankungsrisiko. So leidet im Alter zwischen 65 und 69 Jahren jeder zwanzigste an einer Demenz, zwischen 80 und 90 Jahren ist schon fast jeder Dritte betroffen.

Vorbeugung von Alzheimer?

Ein Patentrezept zur Vermeidung von Alzheimer gibt es nicht. Studien haben jedoch gezeigt, dass einige Maßnahmen, die vor allen Formen der Demenz schützen, auch zur Vorbeugung von Alzheimer wirksam sind. Wer bis ins hohe Alter körperlich und vor allem auch geistig aktiv bleibt, kann das Risiko für Alzheimer um etwa ein Drittel senken.

Eine Studie hat gezeigt, dass sich vor allem das Spielen eines Musikinstruments positiv auswirkt. Aber auch Tanzen eignet sich gut zum Vorbeugen. Lesen oder das Lösen von Rätseln sollen dagegen einen deutlich schwächeren Effekt haben.

Wichtig ist auch – wie eingangs erwähnt – die Ernährung, glauben Wissenschaftler. Denn vor allem Cholesterin kann neuen Untersuchungen zufolge nicht nur die Arterienverkalkung begünstigen, sondern auch direkt den Verlauf der Alzheimerkrankheit beschleunigen. Zur Vorbeugung mit Medikamenten, wie etwa bestimmten Vitaminen wie Vitamin B12 oder zur Behandlung mit Hormonen, liegen dagegen widersprüchliche Erkenntnisse vor.