Alzheimer mit neun Jahren: Pascal leidet an der Stoffwechselerkrankung NCL5

"Das kann man nicht verstehen oder begreifen"

Der neunjährige Pascal ist der einzige Junge in Deutschland, der an 'NCL5' leidet - einer besonderen Form von Alzheimer. Weltweit gibt es nur zwölf Kinder, die an dieser unheilbaren Stoffwechselerkrankung erkrankt sind.

Junge leidet an Alzheimer
Der neunjährige Pascal ist der einzige Junge in Deutschland, der an der unheilbaren Stoffwechselerkrankung leidet.

Alzheimer ist eine Krankheit, die man gewöhnlich nur mit älteren Menschen in Verbindung bringt. Doch Pascal ist gerade einmal neun Jahre alt und an NCL5 erkrankt - auch Kinder-Alzheimer genannt. Vor zwei Jahren konnte der kleine Junge noch ohne die Hilfe von seiner Mutter Britta in die geliebte Märchenbahn einsteigen. Inzwischen kann er nicht mehr alleine laufen und muss gestützt werden. Auch sein Sehvermögen hat der Kleine bereits verloren.

Als Pascal im August 2005 zur Welt kommt, ist das Glück für Familie Zielinski zunächst perfekt. Pascal ist ein absolutes Wunschkind und entwickelt sich prächtig. Er ist der Sonnenschein der Familie. Doch dann treten plötzlich Schwierigkeiten auf: Im Kindergarten wird Pascal gehänselt, weil er beim Spielen nicht mehr so richtig mitmachen kann. Der Junge baut immer mehr ab und zunächst weiß kein Arzt, was dem Kleinen fehlt. Erst Ärzte am Hamburger Uniklinikum Eppendorf erkennen: Pascal hat NCL5 - ein Schock für die ganze Familie.

Betroffene von NCL5 bauen plötzlich geistig ab, sie erblinden, verlieren motorische Fähigkeiten und bekommen epileptische Anfälle. Pascal ist das einzige Kind in Deutschland, das an der unheilbaren Stoffwechselerkrankung leidet.

Das Höchstalter von Kindern mit Alzheimer liegt bei 16 Jahren. Zwar forschen die Ärzte an den Ursachen der NCL5-Erkrankung, stehen damit aber noch ganz am Anfang. Man weiß nur: Es ist ein vererbter Gendefekt.

Die Eltern vom kleinen Pascal geben dennoch nicht auf: So versuchen sie jeden Tag, Pascals Leben so schön und erträglich wie möglich zu machen. Auch, wenn es für sie das Unerträgliche bedeutet: "Als Mutter oder Eltern kann man es nicht verstehen, wenn man weiß, das eigene Kind stirbt vor einem", beschreibt seine Mutter. "Man kann nichts machen. Es ist unheilbar und im Prinzip stirbt jeden Tag ein bisschen mehr. Das kann man nicht verstehen oder begreifen", erklärt sie. Aber es sind Pascals unglaubliche Lebensfreude, sein Lachen und sein liebevolle Art, die den Eltern immer wieder aufs Neue Kraft und Mut geben, weiterzumachen.

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