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Alzheimer-Früherkennung: Neuer Bluttest erkennt Demenz

Alzheimer erkennen
Forscher haben einen Bluttest entwickelt, mit dem sich ein Ausbruch der Erkrankung vorhersagen lässt © Adrian Stähli

Früherkennung von Alzheimer: Forscher kommen einen Schritt weiter

In Til Schweigers Film 'Honig im Kopf' geht es um die Gedächtniserkrankung Demenz. Das Thema beschäftigt den Schauspieler nicht nur auf beruflicher Ebene: Aus Angst vor einer möglichen eigenen Erkrankung ließ der Schauspieler einen Gen-Test machen ließ.

Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 35 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt. Experten warnen, dass die Zahl der Alzheimer-Patienten drastisch ansteigen wird. Forscher haben jetzt einen Bluttest entwickelt, mit dem sie vorhersagen wollen, ob ein Mensch an Alzheimer erkranken wird. Dieser Test könnte sogar eine ausschlaggebende Funktion bei der Behandlung von Alzheimer einnehmen.

Mithilfe eines neuen Bluttests wollen US-Forscher den Ausbruch der Erkrankung vorhersagen. Laut einer Studie, die im Fachmagazin 'Nature Medicine' publiziert wurde, könne der Prototyp des Bluttest zu 90 Prozent korrekt voraussagen, ob Alzheimer oder eine sogenannte kognitive Störung bei einem Menschen ausbrechen werde. Zehn bestimmte Lipid-Strukturen gelten als Biomarker für beide Erkrankungen. Mithilfe des entwickelten Test könnte man das Blut gezielt nach diesen Lipid-Strukturen untersuchen.

Die Demenz-Krankheit Alzheimer ist bislang zwar unheilbar, jedoch könnten Patienten, ihre Familienangehörige und Ärzte mithilfe des Bluttests frühzeitig ansprechende Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten in Erwägung ziehen, so die Autoren der Studie.

Lipide im Blut dienen der Alzheimer- Früherkennung

Mithilfe des Bluttests könnten sogar neue Medikamente entwickelt werden, so Studien-Ko-Autor Howard Federoff vom Georgetown University 'Medical Center'. Bei den bislang getesteten Patienten sei die Demenz-Erkrankung zu sehr vorangeschritten. "Das vorklinische Stadium der Krankheit stellt ein Zeitfenster für ein frühzeitiges krankheitsänderndes Eingreifen dar." Um den Bluttest letztendlich auf den Markt zu bringen, seien jedoch weitere umfangreiche Untersuchungen erforderlich.

Um den Test entwickeln zu können, nahmen die Forscher zunächst von 525 gesunden, mindestens 70 Jahre alten Freiwilligen Blutproben. Nach drei Jahren untersuchten sie schließlich 53 der Probanden, die inzwischen an Alzheimer oder an kognitiven Störungen litten.

Bei dem Vergleich des Blutes der Patienten mit dem von gesunden Menschen, bemerkten die Forscher die zehn Lipide, die sie als eindeutiges Anzeichen für den Ausbruch der Erkrankung ermittelten. Diese Fettstrukturen sind vermutlich Stoffwechselprodukte, die sich beim Abbau der Membran von Gehirnzellen entwickeln.

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