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Altersvorsorge: Frauen, denkt an eure Zukunft!

Altersvorsorge: Frauen, denkt an eure Zukunft!
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Damit Teilzeitbeschäftigte später nicht arm dran sind

Vollzeitbeschäftigungen bringen normalerweise eine gute Altersvorsorge mit sich, allerdings entscheiden sich viel Frauen aus gutem Grund für eine Teilzeitbeschäftigung: die Familie.

Eine Frau, die 40 Jahre lang gut verdient und im Durchschnitt ca. 40.000 Euro pro Jahr verdient, erhält nach einer Berechnung der Deutschen Rentenversicherung eine Rente von rund 1.320 Euro. Doch vor allem Mütter, mehr als zwei Drittel, arbeiten als Teilzeitkräfte, damit für Kinder und Familie mehr Zeit ist - bei den Vätern sind es nur 5,6 Prozent, errechnete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut. Das kann Frauen dann im Rentenalter in finanzielle Nöte bringen. Denn, selbst wenn sie ebenfalls 40 Jahre in Teilzeit arbeitet, dabei aber nur ein Einkommen von rund 20.000 Euro bekommt, erhält sie nur eine Rente von rund 660 Euro. Diese liegt damit unter der staatlichen Grundsicherung von 700 Euro. Für eine Mini-Jobberin, die 30 Jahre auf 450-Euro-Basis arbeitet, gibt es sogar nur 105 Euro Rente.

Mütter und Väter, die zur Kindererziehung zu Hause bleiben, bekommen allerdings von der gesetzlichen Rentenversicherung einen Ausgleich in Form von Entgeltpunkten. Als Berechnungsgrundlage dient der Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Alle Mütter bekommen diese Rentenpunkte gutgeschrieben. Mütter, die nach der Geburt direkt wieder arbeiten, sammeln dann doppelt Punkte. Denn alle Rentenversicherten bekommen diese Entgeltpunkte, der der wichtigste Wert bei der Berechnung der individuellen Rentenhöhe ist.

Die besten Renten-Modelle für Frauen im Test

Es ist also besonders für Teilzeit-Beschäftigte wichtig, privat vorzusorgen. Früh mit dem Sparen anzufangen, sollte daher die Devise, rät Finanztest. Denn über einen langen Zeitraum, können auch kleine Raten zu niedrigen Zinsen einigermaßen anwachsen. ‘Finanztest‘ hat speziell für Frauen Angebote für die Altersvorsorge geprüft.

Riester-Rente:

Im Allgemeinen sind Riester-Banksparpläne für Frauen jeden Alters geeignet. Riester-Fondssparpläne sollten aber nur Frauen bis Mitte 30 abschließen. Ab Mitte 30 bis Ende 40 empfiehlt sich eine klassische Riester-Rentenversicherung für Frauen, die ein sicheres und langfristiges Einkommen haben. Denn diese Form der Vorsorge hat den Vorteil, dass von Anfang an eine Mindestrente feststeht.

Nicht zu empfehlen sind dagegen Riester-Fondspolicen, da diese häufig mehr Kosten mit sich bringen und dafür keine Rentenauszahlung auf Basis einer Mindestverzinsung bieten.

Wohn-Riester:

Geeignet ist dieses Modell für Frauen, die ein Eigenheim kaufen wollen (über Darlehen und Kredite) oder noch über einen Bausparvertrag darauf sparen. Hierbei handelt es sich im Prinzip um eine indirekte Rente, da man keine Miete zahlt und daher spart. Hierbei bekommen Mütter höhere Zulagen, auch während der Eltern- oder Pflegezeit. Für Besserverdienende kann diese Variante auch steuerliche Vorteile bringen. Allerdings gilt hier: Das Wohneigentum muss auch selbst genutzt werden.

Betriebsrente:

Die Betriebsrente ist sinnvoll für festangestellte Arbeitnehmerinnen, aber nur wenn der Arbeitgeber mit einzahlt. Bei der Auswahl des Anbieters hat die Arbeitnehmerin nichts zu entscheiden, das bestimmt der Arbeitgeber, meist gemeinsam mit dem Betriebsrat. Dabei gibt es fünf Varianten der Altersvorsorge: Direktversicherungen oder Pensionsfonds, Pensionskasse, Unterstützungskasse und eine Direktzusage. Laut ‘Finanztest‘ gibt es die höchsten garantierten Renten bei Direktversicherern wie Europa; Interrisk, WGV und der Hannoverschen.

Private Rente:

Es gibt viele Arten privater Rentenversicherungen. Grundsätzlich gibt es zwei gängige Modelle. Einmal die klassische private Rente ohne Fonds und einmal die mit Fonds. Dabei gilt, dass die erste Variante besser planbar ist, denn bei dem klassischen Modell ist eine garantierte Mindestverzinsung (1,75 Prozent vor Kosten) drin. Die besten Tarife für eine klassische private Rentenversicherung sind laut ‘Finanztest‘ bei Debeka und Huk24 zu finden. Bei Interrisk müssen bei der Flexibilität Abstriche gemacht werden. Bei der fondsgebundenen Variante schnitten die Tarife FR3 von der Hannoverschen Leben und der SFRV der Interrisk im ‘Finanztest‘ mit gut ab.

Rürup-Rente:

Die Rürup-Rente wird wie die Riester-Rente vom Staat gefördert. Diese Form ist allerdings nur für langfristig gut verdienende Freiberufler und Selbstständige geeignet. Bei ‘Finanztest‘ wurden die Angebote für eine klassische Rürup-Versicherung von Debeka, Europa, Hannoversche, Huk24 und Huk-Coburg am besten bewertet.

Zu den verschiedenen Renten-Modellen gibt es zusätzlich flexible und ergänzende Wege, etwas Geld für später zur Seite zu legen. Darunter fallen beispielsweise risikoarme Sparmodelle wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefe, sowie Banksparpläne.

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