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Ältere Väter gefährden Gesundheit ihrer Kinder

Ältere Väter gefährden ihre Kinder
Laut einer Studie besteht für Kinder älterer Väter ein größeres Risiko psychisch zu erkranken. © dpa, Patrick Pleul

Erhöhtes Risiko für ADHS, Autismus und Psychosen

Seit Jahrzehnten steigt das Alter, in dem Paare Kinder bekommen. Frauen haben die 30-Jahre-Grenze meist überschritten, wenn sie ein Kind zur Welt bringen und die Väter sind oftmals noch älter. Doch genau dieser Umstand kann laut einer neuen Studie zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen.

Wie amerikanische Wissenschaftler der Universität Indiana und schwedische Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm herausfanden, steigt das Risiko, dass Kinder an verschiedenen psychischen Störungen wie ADHS, Autismus und Psychosen erkranken, mit dem Alter des Vaters. Dabei werteten die Wissenschaftler Daten von 2,6 Millionen Kindern aus, die zwischen den Jahren 1973 und 2001 in Schweden geboren wurden.

Im Vergleich zur Referenzgruppe (Väter im Alter von 20 bis 24 Jahren) schnitten die älteren Väter in vielen Bereichen deutlich schlechter ab: So haben die Kinder älterer Väter ein 13-mal höheres Risiko für ADHS, ein 3,5-mal höheres Risiko für Autismus, ein 25-mal höheres Risiko für bipolare Störungen, ein 2,5-mal so hohes Risiko für Drogensucht sowie ein doppelt so hohes Risiko für eine Psychose. Neben dem Alter flossen auch der Bildungsgrad sowie eventuell vorausgehende psychische Behandlungen der Eltern in die Untersuchung ein.

Die Zahlen sind dramatisch und enorm hoch. Schaut man sich jedoch die absoluten Zahlen an, ist die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Störung gering. ADHS diagnostizierten die Forscher beispielsweise in drei von 1.000 Fällen.

Grund dafür ist laut der Studie auch der sozioökonomische Einfluss auf die Kinder: So wirken sich Einkommen und Bildungsgrad der Eltern derart positiv auf die Kinder aus, dass diese Faktoren dem schädlichen genetischen Einfluss entgegenwirken können.

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