LIEBE LIEBE

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gesteht Affäre - warum jetzt?

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gesteht Affäre - warum jetzt?
© dpa, Ulrich Perrey

Große Liebe, heiße Affären

Die lebende Legende, der Alt-Bundeskanzler der Herzen, uns aller Helmut – er überrascht uns immer wieder. Helmut Schmidt, stolze 96 Jahre alt, gesteht nun in einer weiteren Biografie, dass er seine geliebte Loki jahrelang betrogen hat. Und man fragt sich: Warum kommt er jetzt damit um die Ecke?

Von Merle Wuttke

68 Jahre lang waren Loki und Helmut Schmidt miteinander verheiratet. So lange halten es Männer und Frauen ja nur äußerst selten miteinander aus, und wenn, dann gehört dazu eine sehr, sehr große Portion Kompromissbereitschaft, Geduld und Gelassenheit. Zumindest auf Seiten der Frauen.

Auch Loki Schmidt verfügte offenbar über diese Eigenschaften, anders hätte sie es wohl kaum so lang an der Seite eines Mannes ausgehalten, der über Jahrzehnte in der politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit wie ein Hans Dampf in allen Gassen agierte: Helmut Schmidt, dieser ganze Kerl von einem Mann. Für seine Durchsetzungsfähigkeit und Entscheidungskraft bewundert und verehrt – besonders von anderen Männern.

Kein Kind von Traurigkeit

Und auch in seinem Privatleben war Schmidt ganz der 100-Prozent-Mann, den er nach außen verkörperte. Oder wie die Bild-Zeitung seinen Freund Theo Sommer, 84, zitiert: „Schmidt war nie ein Kind von Traurigkeit, „kein Heiliger“, sondern „100 Prozent Mann“.

Hm, das hat man sich irgendwie schon immer denken können. Umso erstaunlicher, dass Schmidts außereheliche Vergnügungen nie Thema in der Öffentlichkeit waren – obwohl genug Menschen davon wussten. Seine Loki im Übrigen auch. Als Schmidt eine Beziehung zu einer anderen Frau hatte, die offenbar sehr innig war und über Jahre hielt, bot Loki ihm sogar die Trennung an. Das lehnte Schmidt jedoch ab. Und Loki war wohl zufrieden mit der Rolle der Frau an seiner Seite. Freundschaftlich, aber höchstwahrscheinlich nicht länger leidenschaftlich verbunden.

Loki selbst bezeichnete sich mal als Schmidts „Zuhause“ und das dieser Zustand ein „großer Schatz“ sei. Und wer weiß, manche Beziehungen funktionieren auf intellektueller Ebene ja so gut, da verzichtet man gern auf Intimität anderer Art.

Dennoch: Als Loki vor fünf Jahren starb, rechnete man wegen des langen gemeinsamen Lebens der beiden fast damit, dass auch Helmut Schmidt kurz darauf das Zeitliche segnen würde, wie das bei Paaren, die bis ins hohe Alter soviel Zeit miteinander verbrachten, oft ist. Doch dann? Kam der gute Helmut recht bald mit einer Neuen um die Ecke, Ruth Loah, eine alte „Freundin“ – und optisch praktisch eine zweite Loki.

Warum aber gesteht Schmidt jetzt in hohem Alter seine außerehelichen Ablenkungen? Für Loki macht das doch keinen Unterschied mehr. Aber offensichtlich für ihn. Vielleicht möchte der alte Mann angesichts der eigenen Endlichkeit einfach reinen Tisch machen – damit nicht nach seinem Tod plötzlich schmutzige Wäsche gewaschen wird. Böse Menschen würden ihm allerdings auch unterstellen, er möchte einfach sein Buch verkaufen. Die Wahrheit liegt wie wohl immer im Auge des Betrachters...

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