Aloe vera: So viel heilende Kraft steckt in der Wunderpflanze

Frau trägt grüne Maske aufs Gesicht
Die Gesundheits- und Kosmetik-Branche schwört auf Aloe vera. © Getty Images/iStockphoto, evgenyatamanenko

Wunderwaffe der Natur: Aloe vera

Aloe vera gilt als die Königin unter den Heilpflanzen. Schon die ägyptische Herrscherin Kleopatra soll ihre Schönheit dieser Pflanze verdanken. Doch wie viel gesunde Kraft steckt wirklich in der Wüstenlilie? Ist ihre Wirkung nur ein cleverer Marketing-Trick oder tun wir unserem Körper mit Aloe vera tatsächlich etwas Gutes?

Bereits im alten Ägypten wurde Aloe vera als Nutzpflanze angebaut. Was ihre Lebensbedingungen angeht, so ist sie relativ anspruchslos und wächst hauptsächlich in trockenen Gebieten, beispielsweise auf den Kanarischen Inseln, in Nordafrika oder Südamerika. Die fleischigen, grünweißen Blätter der Aloe vera Pflanze enthalten den so begehrten Aloe vera Extrakt.

Wie die Hautärztin Ingrid Schmoeckel vom Dermatologikum in Hamburg gegenüber Focus Online erklärt, stehe die Forschung rund um die wundersame Heilpflanze derzeit noch in den Kinderschuhen. Jedoch seien bereits einige positive Effekte bekannt – nur, was genau steckt in dem Aloe vera Extrakt drin, das angeblich so gut für unseren Körper ist?

Aloe vera als kleine Hausapotheke

Tatsächlich liegt die besondere Wirkung der Aloe vera Pflanze in ihrer einzigartigen, biochemischen Zusammensetzung. Der aus dem Mark oder der Blattrinde gewonnene gelartige Extrakt enthält die Vitamine A, C und E – Vitamin A ist beispielsweise wichtig für das Zellwachstum und der Reparatur der Haut. Auch beinhaltet Aloe vera eine Vielzahl an Mineralien wie Eisen, Magnesium, Kalzium, Kaliumcarbonat, Natrium und Zink. Sie stärken unser Immunsystem.

Noch viel entscheidender sind jedoch die in Aloe vera enthaltenen Aminosäuren, die unser Körper zur Regulierung seines Eiweißhaushaltes benötigt. Und Eiweiße sind deswegen so wichtig für uns, weil sie neue Zellen aufbauen und alte Zellen reparieren. Herz, Hirn und Muskeln beispielsweise bestehen überwiegend aus Eiweißen.

Aloe vera ist gut für die Verdauung

Wenn Sie Aloe vera oral einnehmen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es sich um reine Aloe handelt und es nicht durch Zusatzstoffe verfremdet wurde. Haben Sie Probleme mit Ihrem Verdauungsstoffwechsel, kann der Saft der Heilpflanze dabei helfen, die für die Verdauung notwenigen Enzyme wieder zu aktivieren. Diese Verdauungsenzyme brauchen wir, um über die Nahrung aufgenommene Stoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße verarbeiten zu können.

Aloe vera heilt Wunden

Auch bei einem leichten Sonnenbrand kann Aloe vera Linderung verschaffen. Ein spezielles Aloe vera Gel erhalten Sie in der Apotheke. Achten Sie darauf, dass es möglichst hochprozentig ist. Der Effekt: Die Haut wird gekühlt und die Heilung beschleunigt.

Auch bei Mückenstichen und kleineren Schnittwunden hilft die Wunderpflanze. Die enthaltenen Aminosäuren sorgen bei kleinen Wunden dafür, dass die kaputten Zellen schnell repariert und neue hergestellt werden. Außerdem wirkt der Saft antibakteriell.

Aloe vera als Beauty-Produkt

Auch die Kosmetik-Branche hat die positive Wirkung von Aloe vera für sich entdeckt und verwendet sie in diversen Cremes, Gels und Shampoos. Die in der Pflanze enthaltenen Stoffe reinigen, regenerieren und erfrischen die Haut. Das hat zur Folge, dass sie Falten mindert und Hautinfektionen sowie Akne schneller abklingen und auch die Narbenbildung weitestgehend verhindert wird.

Jedoch ist die Konzentration von Aloe vera in diesen Produkten oftmals so gering, dass die Pflanze nicht ihre ganze Wirkung entfalten kann. Verwenden Sie zur konkreten Behandlung daher am besten reine Aloe, zum Beispiel in Form von Saft.

Vorsicht bei Schwangerschaft!

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf Aloe vera weitgehend verzichten. Das gelbliche Aloin, das aus dem angeschnittenen Blatt tritt, wirkt nämlich nicht nur abführend und kann zu einer verfrühten Wehentätigkeit führen. Wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet, hat Aloe vera auch den Effekt, gefäßerweiternd zu sein, weshalb Ärzte von einer Einnahme abraten.

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