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Allergieauslöser: Duftstoffe und Hygiene fördern Hautallergien

Immer mehr Menschen sind gegen Kosmetik allergisch
Immer mehr Menschen sind gegen Kosmetik allergisch Allergien aus der Tube 00:02:13
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Acerola-Saft, Soja-Drinks und Parfüms: Alles Allergieauslöser!

Jeder dritte Deutsche hat eine Allergie. Die Liste der Stoffe, die uns das Leben schwer machen, scheint immer länger zu werden. Denn zu den „klassischen“ Allergieauslösern wie Gräsern und Pollen gesellen sich immer mehr neue Auslöser. Diese stecken unter anderem in Kosmetik, Pflegeprodukten und Lebensmitteln.

Düfte und Hygiene fördern Hautallergien
Immer mehr Deutsche leiden unter einer Allergie. Ärzte machen dafür neue Produkte und Produktionsmethoden verantwortlich. Da hilft, sich konservativ zu ernähren. © Piotr Marcinski - Fotolia, Photographer: B-D-S

Der Saft der Acerola-Kirsche aus Südamerika, Milchprodukte aus Sojabohnen und immer neue Düfte und Inhaltsstoffe in Cremes und Lotionen machen unserem Immunsystem zu schaffen. Aber auch auf Pflanzen wie Ambrosia aus Amerika oder das Glaskraut reagiert der Körper vieler Menschen mit Abwehr – und entwickelt eine Allergie. Und die ist keineswegs harmlos. Denn auch die Zahl der lebensbedrohlichen allergischen Schocks hat drastisch zugenommen.

Mehr als 1.000 neue Allergieauslöser in letzten zehn Jahren

„Wir haben in den letzten zehn Jahren mehr als tausend neue Allergene entdecken können“, erklärt Professor Rudolf Stadler von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Und das ist kein Wunder: Kosmetik- wie Lebensmittelhersteller werden immer erfinderischer, was die Kreation neuer Cremes, Duschgels oder Lebensmittel betrifft. Wer dann auch noch verschiedene Pflegeprodukte miteinander kombiniert, erhöht das Risiko für eine Allergie. Und ist die erst einmal da, begleitet sie den Betroffenen meist ein Leben lang.

Doch auch andere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle für die steigende Zahl der Allergiker: Der Klimawandel bedingt, dass bei uns plötzlich Pflanzen wachsen und gedeihen, die unser Körper nicht kennt. Außerdem dauert die Pollensaison immer länger. Infolge der Globalisierung werden viele exotischen Obst- und Gemüsesorten importiert. Durch die Vielfalt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass darunter wenigstens ein Protein – oder: Allergen - ist, das eine Allergie auslöst. Zu allem Überfluss verweichlicht unser Immunsystem mehr und mehr. Denn in unserer hochsterilen Welt kommt der Körper kaum noch mit Dreck in Berührung, gegen den der Körper Antikörper bilden kann.

Ärzte raten daher folgendes, um Allergien vorzubeugen:

1. Lassen Sie Ihre Kinder im Dreck spielen.

2. Übertreiben Sie es nicht mit der Haut-Hygiene. Einmal duschen pro Tag reicht.

3. Wechseln Sie Kosmetikprodukte so selten wie möglich. Treue zahlt sich in diesem Fall tatsächlich aus.

4. Falls Ihr Körper allergisch reagiert, sollten Sie beim Arzt abklären lassen, wogegen Sie allergisch sind. Nur so können Sie den Auslöser konsequent meiden und das Problem damit in den Griff bekommen.

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